Der Countdown läuft…

Die Gedichte sind sortiert!
Die (hoffe ich) guten sind im Töpfchen, die schlechten bleiben im Köpfchen 😉

Ein paar Entscheidungen sind dabei gefallen:

– so werde ich, trotz plötzlicher Anwandlung, den Schritt nicht wagen, die Gedichte einem Verlag anzubieten. Ich habe, für diesen Weg, keine Hoffnung und meine Frustrationstoleranz ist gerade zu gering, um Formschreiben zu sammeln.
– Die Vertriebswege sind entschieden: Ich bleibe bei amazon und createspace, für print und ebook. Neobooks bietet keine Veröffentlichung von Lyrik an.
(bei neobooks bräuchte ich übrigens dringend ein paar Rezensionen, als wer mal Zeit und Lust und Liebe hätte 😉 )
– Wenn irgendwie möglich, also finanzierbar, steuere ich doch ein Korrektorat an. Die Anfrage ist gestellt.

Und morgen Früh gibt es eine Sonderdurchsage…! 😉 Reine Selbstdisziplin, dass ich noch nix verrate.

Auf Wunsch

Da ich letztens gefragt wurde, ob Gedichte der „Zeitspuren“ auch bei literaturfrey zu lesen sein würden, habe ich eine kleine Auswahl zusammen gestellt, welche schon zu lesen waren.
Mit der ersten Ankündigung der „Zeitspuren“ war der Gedichtband für mich abgeschlossen. Alles was danach noch kommt und kam, wird in einen eigenen, späteren Gedichtband einfließen.
Die „Zeitspuren“ umspannen einen Zeitraum von etwa neun Jahren, Gedichte aus den letzten beiden Jahren, habe ich immer mal wieder hier veröffentlicht.

Ab heute bin ich dabei die endgültige Auswahl der Gedichte zu treffen. Dabei gibt es klare Gewinner, aber auch nicht wenige Gedichte, die man mir zu Streichen empfohlen hat.
Wenn ich noch Wackelkandidaten finde, werde ich sie unter „Raus damit, rein damit“ Eurem Voting anvertrauen 🙂

Dabei sind in jedem Fall:

Untrennbar:
https://literaturfrey.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=278&action=edit

Digitales Grün:
https://reblogmeplus.wordpress.com/eine-seite/

Herbst:
https://literaturfrey.com/2013/10/23/herbst/

Der Öffentliche Mensch:
https://literaturfrey.com/2014/02/07/der/

Prometheus Fragen:
https://literaturfrey.com/2014/06/04/prometheus-fragen/

Jemand Heimat:
https://literaturfrey.com/2014/08/11/jemand/

Würde:
https://literaturfrey.com/2014/10/07/wurde/

Ich wünsche Euch einen gemütlichen Sonntag!

Soantà

Heute reicht die Kraft zu nicht mehr viel. Deshalb, dachte ich mir, warum nicht mal eine Textpassage? Es handelt sich um ein Kapitel aus „Soantà“.

Kommt gut in die Nacht. 🙂

Die Scham der Kinder

Für die Kinder im Dorf der Unfreien wurde es mit zunehmendem Alter immer unangenehmer zu wissen, dass ihre Eltern sich den Befehlen anderer Menschen unterwarfen. Soantà, der oft mit den Kindern spielte, tat ihre Scham weh. Er wusste, dass ihre freien Herzen nicht verstehen konnten, dass ein Mensch den anderen ausbeuten und benutzen konnte, und dass dies einer mit sich machen ließ.
Abends, wenn er seine Arbeit bei Murat beendet hatte, setzte er sich zu ihnen ans Feuer, und wenn ihm Azur wieder Kleidung, die sie nicht mehr trug, für andere mitgegeben hatte, dann verteilte er diese unter den Kindern. Nachdem sich der Tumult und die Aufregung, wer welches Stück erhielt, gelegt hatte, begann Soantà mit ruhiger, melodischer Stimme Geschichten von seinen Wanderungen zu erzählen. Die Kinder saßen dann, die kleineren auf den Schößen ihrer Mütter, allesamt um das Feuer, während es zügig dunkler wurde und das wachsende Lagerfeuer spitze Zungen gegen den Nachthimmel schickte und zwischendurch kleine krachende Holzstücke ausspie. Und sie hörten vom Meer, vom Land aus Wasser, das ihnen ganz und gar wie eine Legende erschien, oder von den Bergen, die sie sich vorstellen konnten, die aber ihrer Fantasie ganz und gar entglitten, wenn Soantà von Schnee und Gletschern erzählte. Der Flammenschein spielte mit Schatten auf den Gesichtern der Kinder und Soantà gönnte sich nur hin und wieder einen kurzen Blick in ihre dunklen, großen Augen, damit er das Erzählen nicht vergaß. Die jüngeren Kinder schliefen bald ein und Soantà war froh darum, denn oft hörte man ihre noch hungrigen Mägen knurren, wenn das Essen, das die Eltern aus Lorelia mitgebracht hatten, wieder nicht reichte. Die älteren Kinder aber, die hielten der Hunger und die Neugier wach. Sie stellten viele Fragen und wollten alles noch genauer und noch besser beschrieben haben. Sie ließen nicht zu, dass Soantà Fantasie und Wirklichkeit vermengte, sondern fragten so lange, bis sie wussten, dass es Bär und Wald gibt, den Drachen aber nicht. Soantà hoffte, dass Gott in diesen Stunden mit ihm an diesem Feuer saß und in die schönen, unschuldigen Kindergesichter blickte, deren leuchtende Augen seinen Beschreibungen folgten. Mochte Gott in diesem Augenblick den Untergang der Menschen bestimmen? Das glaubte Soantà nicht, denn er wusste, dass Gott seine Schöpfung liebte, wie er diese Kinder liebte, mit allem Verständnis und mit aller wachsamen Fürsorge.
Wenn es Zeit war, die Geschichten zu beenden, nahm Soantà einen dünnen Stock vom gestapelten Feuerholz, schwieg, setzte sich näher ans Feuer und begann, das dünne Holz ruhelos durch die Glut zu streifen. Die Kinder hielten ihn daraufhin noch eine Weile mit Fragen beschäftigt, sahen aber ein, dass irgendwann Zeit zum Schlafen war und verschwanden nach und nach in den elterlichen Hütten.

aus: Soantà & Als Paolos Hände reden lernten, Peter Georgas-Frey

Zeitspuren

Schneespuren 1

Was für Gedichte werden das?

Die Gedichte in „Zeitspuren“ sind in den letzten zehn Jahren, in ganz unterschiedlichen Phasen entstanden. Ich könnte nicht sagen, dass ich einen Plan für sie hatte.
Trotzdem gestalten sich Werke, und retrospektiv entsteht der Eindruck, dies oder jenes war Intention. Ich hatte keine. Ich habe geschrieben und gesammelt.
Bei gelegentlichen Durchsichten habe ich bemerkt, dass Themen wiederkehren und in ihnen die Zeit, die Vergänglichkeit das Zentrum bildet. Aber nicht Vergänglichkeit, als etwas Vergebliches, sondern Vergänglichkeit im Sinn der Wandlung. Ich habe Spuren hinterlassen und Erfahrungen haben in mir Spuren hinterlassen. Davon erzählen diese Gedichte.
Da ich glaube, dass Hesse Recht hat, wenn er schreibt man solle „vom Sinnbild erzählen und nicht vom Abbild“, denke ich, dass Leser diese Spuren in sich finden oder ahnen können.

Praktisch beschäftigt habe ich mich, in den letzten Wochen, nicht mehr mit den Gedichten. Dazu war mein Leben zu turbulent. Standen andere Projekte im Vordergrund. War ich meinen Probelesern die Zeit schuldig, ihre Eindrücke zu sammeln.
Jetzt habe ich ausreichend Abstand, ausreichend Rückmeldungen die ich umsetzen werde, um die abschließende Phase zu beginnen.

Es geht also in den nächsten Wochen, um die Form.

Da habe ich, dank Euch, gute Grundlagen.
Das Coverbild ist bestimmt, die genaue Gestaltung folgt.
Bei der Wahl der Schrift habe ich gute Tipps und eine gute Internet-Seite entdeckt die mir weiterhilft.
Zum Papier (Creme) und zum Umfang (so wenig, wie möglich) ist die Richtung entschieden.
Ob noch ein Korrektorat nötig sein wird oder, ob die aktuelle Form genügt, zeigt sich am Ende (und im Preis) 😉

Die „Zeitspuren“ sollten Anfang/Mitte Juni zur Veröffentlichung bereit sein. (Das Jahr war bisher unruhig und so wage ich keine genauere Prognose.)

Ich freue mich drauf!

Der Preis? Wird folgen.
Format? Ebook und Print, sowohl über amazon, als auch über neobooks.

Und zum runden Ende, danke ich Euch (seit gestern) für zwei Jahre wordpress!
Ihr habt mich mutiger gemacht, mit Eurem Interesse, Euren Kommentaren und Likes und mit Eurem Mut, Euch zu zeigen.
Danke!

Schön war

Das war sehr schön heute:
Wie sich der blaue Himmel über alles wölbte.
Wie sich langsam aus dem Winterweiß, das Frühlingsgrün erhob.
Wie die Welt zu duften begann. Nach Erde und Gräsern und Ahnungen erster Blüte.
Wie das Licht die Welt in Farben tauchte.
Wie Nebel und Schnee sich auflösten.
Wie die Berge frei und hoch und ewig wurden.
Wie die ganze Welt sich der Bäume, Felder und Wiesen erinnerte.
Wie ein weicher, warmer Wind die Haut berührte.
Nicht mehr streng und hart und verwegen…
Sondern weich und gütig.
Sehnsuchtsvoll, die Welt mit seiner Liebe umhüllend.

Schön war:
Dass die Welt wieder bunt sein will.
Dass sie wieder duften will.
Dass sie wieder warm und lebenswert werden will
Trächtig und Früchte tragend.
Dass sie wieder eine Heimat werden will.

Schön:
Das warm und blau und duftend Werden der Welt.
Ihr Erwachen aus dem Winterschlaf,
unser Geborgensein in ihr.