Corona dominiert / Corona dominates

Wenn ich ehrlich bin hat Corona in meinem Leben wenig verändert. Gut, ich muss mehr arbeiten und die Arbeit ist belastender geworden. Aber zurückgezogen lebe ich schon länger und gerne. Meine Reisen hatte ich. Kontakte sind für mich, in ihrer Qualität, nicht von persönlichen Treffen abhängig, der Einfluss von Krankheit und Tod, auf das Leben, mir schon zuvor täglich bewusst.
Aber, dass sich die Welt verändert hat, das verändert mein Beobachten und Betrachten und damit das Schreiben. Die Welt hat an Farbe und Kontraste verloren. Es ist ein Narrativ, dass alle Kollektive, alle Biografien, alle Geschichten dominiert. Es wird zunehmend schwer zu erzählen, ohne das Corona darin vorkommt. Ich bin ein wenig froh, mit „Alphavirus“, das Thema für mich, mehr oder weniger, abgearbeitet zu haben.
Ich glaube, es wird zunehmend wichtig, Corona zu nivellieren. Ihm die Kraft zu nehmen, in dem man ihm die Vormacht nimmt. Ähnlich wie beim Autofahren: Irgendwann hat man gelernt wo die Gefahren liegen und entsprechend angepasst fährt man, aber man hat den Blick wieder frei für die Welt und ihre Möglichkeiten. So muss man wohl auch, neben Corona und seine Maßnahmen, Freiräume, Chancen und neue Möglichkeiten suchen und entdecken, damit irgendwann wieder ganz andere Geschichten entstehen können.

PGF

If I’m honest, Corona has made little difference in my life. Well, I have to work more and the work has become more stressful. But I have lived a secluded life for a long time and I like it. I have had my travels. Contacts are for me, in their quality, not dependent on personal meetings, the influence of illness and death, on life, I already before daily aware.
But, that the world has changed, that changes my observing and viewing and thus writing. The world has lost color and contrast. It is a narrative that dominates all collectives, all biographies, all stories. It is increasingly difficult to tell without Corona being in it. I’m a little glad that with „Alphavirus“ I’ve more or less worked through the issue.
I think it’s becoming increasingly important to level Corona. To take away his power by taking away his supremacy. Similar to driving a car: At some point, you’ve learned where the dangers are and you drive accordingly, but you’re free again to look at the world and its possibilities. So one must probably also, beside Corona and its measures, free spaces, chances and new possibilities look for and discover, so that sometime again completely different stories can develop.

PGF

Kollektiver Burnout / Collective Burnout

Ein Burnout entsteht, wenn bei maximaler Belastung, minimale Wertschätzung erfolgt. Wenn trotz immer wieder erbrachter Leistung, weder sichtbar noch artikuliert, ein Erfolg der Anstrengung wahrgenommen wird.
Und so senken sich, wie ein schwerer Abend, die nächsten Corona-Maßnahmen über das Land und es gibt kein Ende ihrer Zeit – als käme der Tag nicht zurück – und es gibt auch keinen Dank oder eine Erfolgsmeldung, für das bislang Erreichte.
Dafür werden die gescholten, die nicht konform gehen wollen. Aber, wieso sollten sie, wenn man es versäumt sie zu überzeugen, mit Zahlen und Erfolgen?
Natürlich, nicht gestorbene Tote kann man nicht zählen und mit ein bisschen Verstand rechnet man sich selbst aus, wie es ohne Maßnahmen aussehen würde.
Aber den Verstand höhlen gerade, dauernder Verzicht, ständige Maßregelung und Gleichschaltung der Sichtweise, die Basis aus. Denn der Verstand ist ein kritisches Tier und er lässt sich nicht gerne diktieren, was er für richtig halten soll. Das ist eben seine Neugier: es selbst herauszufinden.
Man stiehlt den Kindern Bildung und Sozialisierung, ja so kann man es auch formulieren. Und vielleicht ist Jobsicherheit und Kurzarbeitergeld allein nicht selig machend, wenn Sinn und Ausgleich verloren gehen. Ja und vielleicht retten wir, während wir ertrinken lassen; und setzen ein medizinisches Wissen und epidemiologisches Denken voraus, dass von denen gar nicht geleistet werden kann, die nicht wissen, wie das zu verstehen ist.
Es bräuchte also täglich nicht nur Drohung und Inzidenz, sondern auch Zeiträume und Verlässlichkeit. Das Fahren auf Sicht war vor einem Jahr zu verzeihen, jetzt wirkt es eher, wie ein Fahren ohne Fahrerlaubnis. Schon im Frühjahr waren sich die Fachleute klar: Pandemien kommen in 3 Wellen, damit sollten alle rechnen, dementsprechend wird das Bildungssystem, das Gesundheitssystem, die Freizeitgestaltung vorbereitet. Alles versäumt, alles zu heikel.
Und jetzt? Jetzt sind die Menschen müde, weil die Bevölkerung einen überragenden Job macht, der nicht gewürdigt wird, weil ihr kein Rahmen angeboten wird, der das To-Do ausmacht und die Schräge zu einem Weg Richtung Gipfel.
Der Krug geht so lange …, wie alt ist dieser Satz?

01/21 PGF

Burnout occurs when maximum stress is accompanied by minimal appreciation. When, despite repeated performance, neither visible nor articulated, a success of the effort is perceived.
And so, like a heavy evening, the next Corona measures sink over the land and there is no end to their time – as if the day would not come back – and there is also no thanks or a success message, for what has been achieved so far.
For this, those who do not want to conform are scolded. But, why should they, if you fail to convince them, with numbers and successes?
Of course, you can’t count the dead who haven’t died, and with a little bit of common sense you can calculate for yourself what it would look like if no measures were taken.
But the intellect hollows out straight, permanent renunciation, constant measure regulation and equalization of the view, the basis. Because the mind is a critical animal and it does not like to be dictated what it should consider right. That is just its curiosity: to find out for itself.
You steal education and socialization from the children, yes you can put it that way. And maybe job security and short-time allowance alone is not beatific if meaning and balance are lost. Yes, and maybe we save while we let drown; and presuppose a medical knowledge and epidemiological thinking that cannot be done at all by those who do not know how to understand.
So it would take daily not only threat and incidence, but time frames and reliability. Driving on sight was forgivable a year ago, now it seems more like driving without a license. Already in spring the experts were clear: pandemics come in 3 waves, everybody should expect that, accordingly the education system, the health system, the recreational system is prepared. Everything was missed, everything was too delicate.
And now? Now people are tired because the population is doing a superior job that is not appreciated, because it is not offered a framework that makes the to-do and the slope to a path towards the top.
The jug goes so long …, how old is this phrase?

01/21 PGF

Plot Hole / Plot Hole

Jetzt hat sie begonnen: die große Impfung und wieder geistern krude Theorien durch die Welt, die den denkenden Geist beleidigen.
Nicht, dass man nicht kritisch sein müsste, nicht, dass man nicht hinterfragen dürfte, aber bitte doch mit etwas Esprit.
Wir werden geimpft, um unsere Genetik zu manipulieren und Superkampfmaschinen aus uns zu machen, ist ein schönes Beispiel.
Ja, deshalb beginnt man mit den 80ig-Jährigen ohne Fortpflanzungspotential und Pflegekräfte, die von Haus aus zu den Waffen greifen …
Die unter 16jährigen schließt man von der Impfung aus, weil die ja kaum eine Rolle spielen in der kommenden Genetik.
Jeder Roman käme ins Altpapier, der auf einem solchen Plot aufbaut, aber als Erklärung realer Gefahr findet so etwas Anhänger.
Dabei gäbe es gute Geschichten, rund um die weltweite Impfung, auf ganz Banalem beruhend: der Datenerfassung aller Erdenbürger/innen. Aber daraus Zusammenhänge konstruieren und eine Geschichte spinnen, hat weniger Action-Anteile und würde erfordern sich ernsthaft mit der Thematik zu beschäftigen und wer will das schon!
Impfen oder nicht? Genau genommen ist es nichts anders, als die Frage: Hat dich das Buch gut unterhalten oder überzeugt oder nicht? Nur die Konsequenzen sind etwas heftiger.
Deshalb sollte sich hier, das Urteil, für die Geschichte entscheiden, welche die wenigsten Logikfehler aufweist.
Aber das ist so sexy wie Mathematik.

PGF

Now it has begun: the great vaccination and again crude theories are spreading through the world, insulting the thinking mind.
Not that one should not be critical, not that one should not question, but please with some esprit.
We are being vaccinated to manipulate our genetics and make super fighting machines out of us is a fine example.
Yes, that’s why you start with the 80-somethings with no reproductive potential and caregivers who inherently take up arms …
One excludes the under 16 year olds from the vaccination, because they hardly play a role in the coming genetics.
Any novel based on such a plot would be discarded, but as an explanation of real danger such a thing finds supporters.
There would be good stories about the worldwide vaccination, based on something quite banal: the data collection of all earth citizens. But to construct connections and spin a story out of it, has less action parts and would require to deal seriously with the topic and who wants that!
To vaccinate or not? Strictly speaking, it is nothing else than the question: Did the book entertain or convince you well or not? Only the consequences are somewhat more violent.
Therefore, here, the verdict should go for the story that has the fewest logic flaws.
But that’s as sexy as mathematics.

PGF

#101 Alles-oder-Nichts-Regel

Die Zeiten wenden sich, der Markt ist längst preisgegeben. Argumente zählen nicht mehr, der Kompromiss ist nichts mehr wert, weil er viel zu lange mit faulen Seilschaften verwechselt wurde. Das Leben läuft von jetzt an, ins Leere, denn wir haben den Punkt ohne Wiederkehr erreicht.
Das ist die keineswegs pessimistische Betrachtung, sondern die nüchterne Feststellung, dass die Dekadenz längst begonnen hat. Man muss nur die Akteure betrachten, welche sich die Völker zu Fürsprechern machen. Man muss nur die Hetze in den sozialen Medien, aus allen Richtungen verfolgen. Die Urteile sind gefällt, die Gegner ausgemacht, mögen die Kämpfe beginnen.
Es geht nicht mehr ums Verstehen, um Aussöhnung, um Brücken bilden, die Menschen sind zu fett, überhitzt, zu denkfaul, um mehr als Meinungen zu haben, um über ihre Gräben hinweg miteinander reden zu wollen. Links, rechts, gendern, reich, arm, alt, jung – Pluralität bedeutet nichts mehr. Konformität ist das Gebot der Stunde.

Heute sind, so heißt es, berechnet nach Modellen, die auf Annahmen beruhen, die Ressourcen der Erde erschöpft.
Welchen Sinn hat diese Nachricht? Schuld, schlechtes Gewissen, Resignation. Diese Nachricht muss am Anfang eines Jahres stehen. Es muss ein Ziel formuliert werden, was zu tun ist, um sie zu verhindern. Dem Schuldner nutzt die Rechnung nichts, am Ende des Monats, er muss sie am Anfang erhalten.
Aber bei einer Politik ohne Werte, einem Volk ohne Werte, dass sich in der Pose moralischer Empörung gefällt und dann weiter konsumiert, muss man nicht von Ernsthaftigkeit ausgehen.

Heute war ich wieder versucht, diesem netten, kleinen Blog, ein kurzes digitales Ende zu bereiten, weil es mich frustriert zu sehen, was zu finden wäre und was auf youtube-Kanälen Millionen User finden und konsumieren.
Aber das ist der falsche Impuls. Das geht mich nichts an! Ich muss, dass meine tun und, wenn es nur wenige gibt, die sich in die gleiche Richtung bewegen, gibt es eben nur wenige. Der Rest fährt mit Greta im Segelboot über den Atlantik und rätselt ob Cathy wirklich 200000 Likes gekauft hat und von welchem Geld …
Das sind solche Zeiten, die es am Ende aller Kulturen gab. Müßig sie aufzuzählen.

Und, nein ich bin nicht frustriert. Ganz im Gegenteil, ich bin erholt und habe gerade Zeit alles in Ruhe zu durchdenken und mich nicht von Arbeit und Stress so scheuchen zu lassen, dass ich gar nicht mehr dazu komme: in Frage zu stellen.
Und, wenn hier das Licht ausgeht, dann schreibe ich meine Gedanken in kleine Vokabelhefte, wie früher, als es all das nicht gab. Als jeder seine Gedanken erstmal allein betrachten musste, ehe er die Welt damit beglücken konnte.

Die Dinge laufen ihrem Nullpunkt entgegen und erst, wenn der erreicht ist, werden sie sich wieder erheben. Man muss nur wissen, wie man seine Arche baut …

07/19 PGF

#91 Von hier aus – wohin?

Manchmal läuft so ein Leben ja, wie ein stabiler Motor und man hat sein Thema, sein Spiel, sein Glück, dem man nachläuft, als hinge von nichts anderem das Schicksal der Welt ab.
Man ist verliebt, erfolgreich im Job, hat Kinder, ein neues Auto, zu viel Geld, zu wenig Zeit, Spaß am Entdecken, Glück beim Versuchen, seine Mission, sein Werk, einen brauchbaren Feind und strömt durch die Tage, wie ein kräftiger Gebirgsfluss durch sein felsiges Bett.
Aber, da von alldem das Schicksal der Welt eben nicht abhängt, sondern nur die eigene fragliche Existenz, rauscht dieser Fluss, wie es in der Natur nie vorkommt, unerwartet und nicht selten mitten in dürres Land, versickert, vertrocknet und hat sein wässriges Glück an den Staub der Zeit verloren.
Wir sind, so ist es unsere Natur, bei guter geistiger Gesundheit, so geschaffen, dass wir diesen Zustand nicht lange aushalten und uns das nächste Spiel suchen: eine neue Frau, ein neuer Mann, mit dem das Leben viel besser wird, ein schnelleres Auto, ein anderer Job mit höherem Gehalt, eine neue Wahrheit, eine neue Idee, die wir der Welt unbedingt ausgestalten und mitteilen müssen.
Dazwischen aber, stehen wir da und fragen uns: „Von hier aus – wohin?“
Was will ich? Was macht mich eigentlich glücklich? Was ist mein Schicksal?
Es bleibt still.
Wir müssen lange schweigen, um zu ahnen, was wir niemals wissen, nämlich, ob wir noch auf dem Weg sind, ob wir noch erfüllen, was nicht das Schicksal der Welt ist, aber unser Schicksal, damit die Dinge im Großen, von diesem Flügelschlag eines Schmetterlings mitbestimmt, sich zum Guten wenden.
Von hier aus – wohin?

07/19 PGF