Gedanken über Deutschland #3

Wenn ich „deutsch“ war, wie wollte ich dieses Gefühl, frei von Nationalismus, kultivieren?

Als: „Dort wo die Wiege stand“?

Oder: „Dort wo die, sind die man liebt“?

Ja, es gibt diese besonderen Stunden in den Wäldern meines Geburtsortes und man ist nie daheim, getrennt von denen die man liebt – aber genügt das?

Nie kam ich „Heim“, beim Betrachten des politischen Deutschlands, welches ich immer nur aus Perspektive der Opposition ertragen konnte.

Politisch nur damit zufrieden das Opposition möglich war.

Bis die Kanzlerin, sie zu verdauen begann.

11/18 PGF

Gedanken über Deutschland #2

Erst auf einer längeren Auslandsreise wurde ich zum Deutschen.

Ich wurde es ungewollt, durch Gemüt, Gewohnheiten, Sprache.

Ich lernte, dass man, auch, wenn man die ganze Welt in sich zu fühlen meint, nur einen Teil von ihr darstellt.

Und war nicht Deutsch, der Träger von allem was ich schrieb?

Nicht zuerst Machiavelli lehrt, wie man ein Volk unterwirft: indem man ihm die Sprache nimmt.

Das Band, welches mich „deutsch“ macht, ist fragil.

11/18 PGF

Gedanken über Deutschland #1

Dreimal, bin ich dieses Jahr, quer durch Deutschland gereist. Dreimal, aus verschiedenen Motiven und in unterschiedlichen Stimmungslagen, von den Bergen zum Meer und wieder zurückgefahren. Nach Ost und Süd und Nord und West.

Heimatgefühle hatte ich nicht. Mit Heimat konnte ich nie viel anfangen. Ich lebe wo ich geboren bin und sehe darin keine Leistung. Meine Erziehung mag eine Hilfe gewesen sein, es so zu sehen. Mir bedeutete, die Scholle Erde, auf der ich lebe, nicht mehr als jede andere.

11/18 PGF