#36 Alles oder Nichts

Das ist das Motto für das aktuelle Skript und dabei spielt seine Größe die entscheidende Rolle! Es bindet Zeit, aber es wird nicht weniger Geldmittel „binden“, wenn es zur Veröffentlichung gelangen soll.
Vorsichtige Prognosen gehen von einem WXYZ-Betrag aus …
Ohne Verlag muss man das investieren, was ein Verlag investieren würde. Zumindest in den Text. Besser auch noch in das Cover. Optimalerweise in ein umfangreiches Marketing mit Netzwerken und Anzeigen.

Deshalb ist dieses Skript – und es kann nichts dafür – ein Alles-oder-Nichts-Werk. Dabei bedeutet Gelingen nicht nur Leser finden, sondern auch einen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen, der die Kosten trägt. Sonst ist dieser Grad an Aufwand nicht zu betreiben. Grob gesagt: Mit Likes kann man sich keine Brötchen kaufen.
Die Diskussion, um Upload-Filter und Urheberrecht lese ich völlig anders, als sie diskutiert wird. Wer seine Arbeiten auf illegalen Download-Plattformen findet, hat vielleicht eine andere Ansicht, ob alles im Netz frei und kostenlos verfügbar sein sollte.

Die Frage wird näher rücken, ob ich mit diesem Skript, alles auf einmal wage und, wenn es schief geht, aus finanziellen und zeitlichen Gründen entscheide, dass Veröffentlichungen vom Tisch sind oder
– ob ich doch nochmals häppchenweise vorgehe, wie bei der Aurumer-Reihe
– oder einem anderen Skript den Vortritt lasse (Stichwort Risiko-Minimierung)
– oder mich doch bei einem hübsch aussehenden Verlag unters Fenster stelle und mein Lied zur Nacht singe.

Aus Bequemlichkeit könnte ich all diese Fragen beiseiteschieben und einfach machen. Aber sie bilden, egal, wie man das findet, den Rücken- und Gegenwind, der hebt oder niederdrückt.
Man kann es sich leichter machen, aber es bleibt Teil dieses Blogs, Schreiben und Veröffentlichen realitätsnah und nicht als Werbeschleife zu zeigen. Dazu gehören diese Fragen und Bedenken unabhängig davon, wie ich sie beantworte.
Denn das ist ja das Schöne: Wenn wir etwas wollen müssen wir stur sein, um es zu erreichen, aber letztlich sind wir frei, es nicht zu wollen …

Habt einen schönen Sonntag!
Ab morgen wirds hier luftig … 😉

PGF

#33 Die Sicherheit des Erzählers

Für den Erzähler oder Dichter, ist es nicht wichtig, ob er mit dem was er schreibt Erfolg hat. Auch seine Widersprüche, die Widersprüche zwischen seinen Texten, sind nicht relevant. Viel wichtiger ist, dass er eine Sicherheit entwickelt, welche Reaktion ein Text im Leser hervorrufen wird.
Also, dass er damit rechnet und recht behält, dass ein bestimmter Text, bei vielen Lesern ein positives Echo hervorruft, während ein anderer Text, vermutlich nur die Zustimmung weniger Leser erhält.
Dieses sichere Wissen, den Geschmack zu treffen bzw. ihn wohlwissend nicht zu treffen oder zu irritieren, ist entscheidend dafür, ob ein Schriftsteller, mit dem was er schreibt, zunehmend Routine, Sicherheit und Freude gewinnt.

04/19 PGF

#32 Eine ziemliche Verschwendung von Lebenszeit

Augenblicklich fühlt sich die Arbeit am Skript an, wie eine ziemliche Verschwendung von Lebenszeit. Meinerseits, durch die Zeit, die mich das Schreiben kostet, auf der anderen Seite bezüglich der Zeit des Lesers, falls er versuchen wird das Buch zu lesen. Wenn es entsteht. Wenn es veröffentlicht wird.

Letzte Woche habe ich Teil 3 abgeschlossen. Damit dürfte ich mich in der Mitte befinden, denn Teil 4 hat nochmals einen ordentlichen Umfang und auch Teil 5 lässt sich nicht lumpen.
Es geht bei meiner Skepsis wenig, um die Idee, den Plot halte ich für gut, es die Frage der Ausführung. Der Frage nach der Kraft, die für die Ausführung nötig ist.

Wenn ich nur an die, zum Teil hemmungslose, Kritik bei den Aurumer-Bänden denke: „Einen Stern gebe ich für die Mühe, die der Autor sich gegeben hat“ – Fick dich!

Es stellt sich die Frage, ob man sich das antun muss, ob ich mir das antun soll.
Die erste Ausarbeitung wird mich das gesamte Jahr 2019 in Beschlag nehmen. Bedeutet, bis auf wenige Wochen, neben dem Erwerbsberuf, verteilt auf sieben Tage, etwa 14 Stunden „Hobby“ haben.

Damit ist die erste Überarbeitung geschafft.
2020 wird für die Überarbeitungen 2 und 3 draufgehen.
2021, zumindest die 1. Hälfte, für die Finalisierung.
Dann werde ich einen ordentlichen 4-stelligen Betrag in ein Lektorat investieren, bei dem ich, wie ein Luchs aufpassen muss, dass ich keinen Schrott abgeliefert bekomme. Und, wenn dann Cover und Layout nach vielen Nachbearbeitungen stehen und irgendeiner überhaupt merkt, dass ein neues Buch auf dem Markt ist, kommt ein Profi-Kritiker um die Ecke mit „Einen Stern gebe ich für die Mühe die der Autor sich gegeben hat“ – … und kommt sich total schlagfertig vor.

Genau genommen macht nur das Schreiben Spaß. Jenes Schreiben, welches dem Spielen gleicht, weil es für den Moment wunderbar unterhält und keinem Ziel unterworfen ist. Mit dem Veröffentlichen beginnt der Ernst des Lebens, beginnt der Existentialismus des Autors.

Nun, es wird an der Müdigkeit liegen und daran das ich urlaubsreif bin. Es wird auch am eigenen Anspruch, der Erwartungshaltung liegen und an der Dummheit Rezensionen zu lesen. Vermutlich sollte man nicht mehr tun, als mit seinen Probelesern im Kontakt stehen, die ihre Kritik immer mit dem Respekt vor der Arbeit verbinden, die hinter jedem Buch steckt.
Mut und Arbeit.

04/19 PGF