Leises Summen

Es ist wichtig, dass man schreibt, was man fühlt und für wichtig hält, nicht was andere hören wollen.
Auch, wenn es schön ist, wenn beides zusammenkommt.
Wenn man schreibt, was man fühlt, entsteht Kontinuität: Man wird stabil in sich.
Wenn man schreibt, was andere hören wollen, geht man leicht verloren: wie löst man den Moment, wenn man anders fühlt, als es die anderen hören wollen?
Das Schöne beim Schreiben ist seine Lautlosigkeit: Es drängt sich nicht auf.
Man kann schreiben, was man fühlt, weil es keiner lesen muss.
Es ist, wie ein leises Summen, bei dem man warten kann, bis jemand sagt:
„Das klingt schön, sing doch mal etwas lauter.“
Und wer weiß?
Vielleicht summt man zeitlebens leise, und später wundern sich Menschen, warum niemand früher, die Melodie gehört hat.

PGF 08/17