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Zeilen

Dichter erzählen nie was sie erleben, sie erzählen was sie träumen, was sie hoffen, was sie fühlen, mitfühlen, mitträumen, meist ganz vergeblich, aber weil es ihnen wichtig erscheint, schreiben sie es auf.

PGF 06/17

Zahlen

Oder: Was man als Selbstverleger so erwarten kann:

Wir mir meine Statistik, an Hand der Referrer und Suchbegriffe verrät, kommen immer wieder Besucher auf meine Seite, denen wohl weniger an meinen Texten liegt, sondern die auf der Suche nach Informationen sind, wie man sich, als Selbstverleger so durchs Leben schlägt.
Deshalb bin ich heute großherzig und gewähre einen Blick in die Geschäftsbücher.
Missgünstige Blicke mögen sich an den schwachen Zahlen erfreuen, hoffnungsvolle mögen sich an den starken Zahlen damit konfrontieren, was als Erfolg zu verbuchen ist.
Wie erwähnt ein Fallbeispiel, keine Marktanalyse. 😉

Zu Bedenken ist: Ich schreibe keine Fachbücher, da mag der Erfolg oder Misserfolg anders aussehen.
Ich spekuliere nicht auf Marktströmungen, also ich mache keine nackte Frau aufs Cover die lasziv guckt, nenne das ganze „Die Analen der O.“ und formuliere jeden Satz so schlüpfrig, wie es die FSK18 erlaubt.
All das kann sehr verkaufsfördernd wirken und es ist legitim sein Geld so zu verdienen.
Ich muss so nicht und möchte so nicht, deshalb schreibe ich meine Geschichten nach meinem Gusto.

Fangen wir mit dem Niederschmetternden an:
„Soanta & Paolo“: Die Verkäufe tendieren Richtung 0, wenn es 25 Exemplare in 10 Jahren sind, übertreibe ich wahrscheinlich. Schade, denn die Sterne die es bei amazon hat, hat es sich verdient. Problem: Nicht zeitgemäß.
„Die Revolte“ bzw. „Sontland“: Einige 100 verschenkte Ebooks ganz am Anfang meiner Kindle-Zeit, ansonsten Totenstille.
Problem: zu ernst.
„Die Zeitspuren“: Sind es 10 Exemplare? Ich weiß es nicht. Problem: Man sagt Gedichte verkaufen sich nicht mehr.
„Die Heimkehr“: Obacht! Alles in allem werden es etwas weniger als 3000 verkaufte Exemplare sein. Nö! Sind keine zwei Nullen zu viel. Die „Heimkehr“ war mein Glücksgriff und stand zu meiner Freude eine Zeitlang in ihrem Genre bei amazon auf Platz 1
Wie kommt es? Ich hatte Spaß beim Schreiben, die Leser Spaß beim Lesen 😉
„Die Rückkehr“: Aktuell bin ich bei knapp 550 verkauften Exemplaren und verbuche dies, als absolut erfreulich, denn jeder 6. Leser wollte wissen, wie es mit den Aurumern weitergeht. Dass sich ein Teil, nach der „Heimkehr“ verabschiedet hat, empfinde ich, als natürlichen Selektionsprozess. Ich hätte nie, nie, nie zu hoffen gewagt, dass so viele dabei bleiben.
Deshalb sage ich hier: DANKE EUCH!

Und was lernt man daraus:
Wenn man nicht strategisch veröffentlicht, bleibt das meiste ungelesen und ist niemals kostendeckend.
Was man als Erfolg werten kann (vielleicht muss) entspringt eigener Definition, reicht aber nicht aus, um davon zu leben.
Wer gut schreibt und sich ganz darauf einlässt, kann mit gutem Marketing einen großen Schritt nach vorne machen. Mein berufliches Leben lässt mir keine Zeit Lesungen zu organisieren, Klinken zu putzen und so viel Zeit in jedes Skript zu stecken, wie es jemand kann der erfolgreich war, einen Verlag oder ein Stipendium im Rücken hat. Ich schreibe das ohne Neid, schön, wem es gegeben ist.

Mein Lebenskonstrukt ruft bei den meisten Bekannten häufig ein: Wie schaffst du das auch noch? hervor, und so gebe ich mich zufrieden, auch, wenn der Traum Schriftsteller zu sein, nicht endet.
Aber – und auch das gehört in die Betrachtung – ich helfe im Erwerbsberuf Menschen mit schwersten Erkrankungen zurück ins Leben. Das ist etwas sehr schönes, wenn auch in unserem Gesundheitssystem zunehmend mühsam.
Ob ein Buch oder die Genesung von, sagen wir von 12 Menschen, gleich viel wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich denke manchmal so und manchmal so und freue mich in anderen Stunden, wenn ich bei beidem mitwirken kann.

Schriftsteller zu sein oder Künstler ganz allgemein ist nicht mehr oder weniger, als jeder andere Beruf. Für manche eine Eitelkeit. Sie legen Wert auf die Bezeichnung, ehe sie etwas vorzuweisen haben. Es gibt aber auch Menschen, deren Wesen und Bestimmung zielt auf dieses eine hin und für die ist es schön und gut in der Kunst aufzugehen.
Aber – und das sollte man nicht vergessen – auch Goethe war nicht immer Schriftsteller. Er war Jura-Student und Beamter und Privat-Gelehrter und erst am Ende, als Schluss war, erst dann wurde er im Andenken zu dem Dichterfürsten, wie wir ihn heute verstehen. So gibt es viele Beispiele von G. Benn über J. Irving oder Kafka, von denen nur der Autor blieb, aber es gab einen Menschen, wie du und ich.

Wer vom Schreiben leben will, der muss den Markt beobachten oder Journalist werden.
Wer scheiben möchte was er fühlt und was ihm wichtig ist, der kann damit Erfolg haben oder nicht und muss wissen, was er mit dem Leben anfängt, das ihm übrig bleibt.
Es ist sehr schade, dass viele ihr reales Leben als gescheitert ansehen oder zum Scheitern bringen, um sich, als Künstler zu fühlen.

Ich glaube nicht, dass die „Heimkehr“ wichtiger ist, als „Sontland“ oder besser geschrieben, aber ich habe es den Lesern zu überlassen, was sie lieber lesen möchten!
Wir sind beide frei und das ist gut so …

06/17 PGF