#15 Old Fashioned

Wenn die Blumen wieder sprechen
wird der Winter in dir brechen
und dein Herz wird sich befreien,
wie die Flüsse sich enteisen.

Wirst in der Wiese träumend liegen,
über die, Wolken schweigend ziehen,
wirst alles fühlen und nichts denken,
weil du nichts davon kannst lenken.

02/19 PGF

#14 Fernes Land

Und manchmal ist es ein Leben,
von dem man nicht berichten kann.

Man kann erzählen,
man kann aufschreiben,
aber es endet, wie eine Aufzeichnung,
aus einem Land, welches niemand kennt.

Schon während man den Duft schildert,
spürt man, dass er nicht empfunden wird
und während man die Farben beschreibt,
sieht man: sie bleiben ungesehen.

Unser Inneres ist,
für andere ein fernes Land
und kein Bericht verändert dies.

Man müsste Fernweh spüren …

02/19 PGF

#12 Distanz

Langsam geht es,
ohne deine Nähe,
besser.
Also besser?
Na ja …
Besser, als ohne Nähe,
in deiner Nähe.
Das immerhin.
Obwohl in deiner Nähe,
alles schön war,
als du meine Nähe
zu verstehen schienst.
Aber ohne verstehen,
ist Nähe schwer,
dann ist, ohne Nähe, leichter …

02/19 PGF

Achtung Werbung #3

1,2,3, … 1,2,3 … Check! Check!
Gut! Die Technik funktioniert noch …

Ehe ich zu meinem angekündigten Werbeblock komme, schaffe ich es nicht, euch eine kurze „Bloggers End“-Reflektion zu ersparen:
Der Zeitgewinn ist beachtlich, unter diesem Gesichtspunkt habe ich alles richtig gemacht. Das ist es aber auch schon an Vorteilen.
Ansonsten ist es eher, wie Wegziehen und mit einem ungewissen Gefühl alte Verbindungen zurücklassen. Vielleicht bleibts, vielleicht verfällts …
Der Austausch, das Mitlesen, aber auch das Feedback für das was man zusammenschustert besitzt eine Qualität, die nicht zur suggerierten Anonymität des Netzes passt.
Also: Bloggen ist schön!
Sobald das mit den Lottozahlen klappt, mache ich weiter. 🙂

Bis dahin gibt es Werbung, heute für:

Titel: Zeitspuren

Entstanden: zwischen 2006 und 2015
Erscheinungsjahr: 2015

Inhalt: Es handelt sich um eine Sammlung von Gedichten, die über beinah 10 Jahre entstanden sind. Es sind Gedichte über das eigene Empfinden, über die Liebe und die ersten Jahre der Vaterschaft. Keine große Lyrik, sondern schlichte, einfühlsame Verse, die ich einer sehr schönen und stimmungsvollen Epoche zuordnen kann. Da Gedichte besser für sich selbst sprechen, folgt am Ende des Beitrages, eines aus dem Band.

Könnte man mögen, wenn:
– man Gedichte mag

Auch hier: Auf einen Link „da kaufen!“ und ein ansprechendes Cover verzichte ich, ich stelle ja nicht, als Leser ein Buch vor, sondern als sein Autor.
Ich bemühe mich zu zeigen, was vermutlich niemand außer dem Autor zeigen kann: die Hintergedanken.
Das andere (den Inhalt beschreiben, Pro und Kontra, etc.) können Rezensenten deutlich besser.

Prolog

Was wir zu werden träumen
bestimmt mehr unser Leben
als alles andere.

Ob wir nicht wagen,
einen Traum zu träumen,
ob wir ihn aufgeben,
scheitern,
ihn verbissen verfolgen –
ob er sich erfüllt,

dieser stille,
innere Ruf
bestimmt alles.

12/18 PGF

Wiederkehr

Ich und der Abend,
wenn wir uns anblicken,
wie alte Weggefährten und uns in die Augen blicken,
die blauen und braunen
und einander nichts sagen müssen,
weil längst alles geklärt ist
und so viele gemeinsame Stunden und Erlebnisse zurückliegen …
ich und der Abend,
wir lachen über die Zeit
und erzählen uns köstliche Witze
über Ewigkeit und Wiederkehr,
während wir uns,
in wandelnder Gestalt
immer wieder begegnen –
der Abend und ich.

08/18 PGF

Eine schattige Bank

Das Schöne an der Liebe ist ja,
dass sie voller Schicksal sein kann,
aber auch:
man sitzt auf einer schattigen Bank zusammen,
freut sich über das Gleiche,
lächelt sich zu
und bekommt dieses wundervolle Herzklopfen …

07/18 PGF

Ohne weitere Begründung

Weißt du, ich liebe dich ja nicht aus einem Grund.

Also, ich kenne die Gründe nicht – so gewaltig ist, vielleicht der Strom der Kausalitäten, der mich zu dir führt: dass er da ist, ich ihn aber nicht fassen kann.

Gewaltig, wie das Meer, dessen Wellen man zählen, dessen Weite man spüren kann, dessen Tiefe man ahnt.
Aber wer kennt das Meer …?

Ich liebe dich, weil ich dich liebe.

Und, wenn du fragst: Wofür ist das gut?
Wäre: Deshalb und Darum, eine Lüge.

Ich sehe dich und fühle, was ich fühle.
Und fühle: das genügt.

Vielleicht liebe ich dich sogar
entgegen aller Gründe.

07/18 PGF