#107 Nacht

Kein Mond.
Kein Licht.
Nur Nacht.
Und alle Vögel schweigen.
Die Zweige wiegen sich im Wind:
Schatten in der Nacht.

Der Mond ist weggegangen,
die Sterne blieben zurück.
Sie zittern im Dunkel,
wie Kerzenflammen –
kein Mond,
kein Licht,
nur Nacht …

08/19 PGF

#105 Mittag

Die Welt ist voller Licht
und über den Himmel treiben Wolken,
wie ferne Träume
und mit den Blättern spielt der Wind –

und alle Wärme ist nun zärtlich,
schmiegt sich an Haut, im kühlen Gras,
erinnert an ferne, schöne Momente,
die längst vergangen sind.

08/19 PGF

#97 Wie all die Gedanken …

Ich denke, wir sollten im Winter daran denken,
aber wir werden vergessen, bereits bis Herbst,
wie Säufer die sich betrunken,
nüchtern wünschen,
aber nüchtern nicht ertragen, was sie sind! –

ich fühle, den Wind,
wie deine Haut, nah meiner Haut,
Nähe, die nicht zu fassen ist,
wie Träume,
die man nicht vergisst und doch nichts sind! –

ich schreib sie nieder,
all die wirren Träume,
als wär es Leben, das sich erfüllt,
aber Leben verrinnt,
wie all die Gedanken, die in mir sind.

07/19 PGF

#94 Grenzzonen

Es gibt diese Zeiten,
die dich entfalten
und es gibt die,
die treiben dich in dich zurück,

gibt Abende,
im lauen Wind zu lachen
andere,
da genießt du still dein Glück,

gibt Abschiede,
mit denen beginnt die Liebe
ob sie bleibt,
das weißt du nicht

musst lernen,
mit dem du bist, zu leben,
auch, wenn dich manches
fast zerbricht.

07/19

#89 Blüten

Und dann kommt der nächste Tag
und ich wende mich ab,
wie von einer Fäulnis,
die man noch zu lindern versuchte,
ehe man einsah,
dass sie zu fortgeschritten ist –

wende mich ab,
von dieser Gier nach Macht,
der jeder Adel fehlt –
und deinem Lächeln zu
oder den Händen
die mit mir anpacken,
den Gedanken,
die wie ein gemeinsames Sehnen sind.

Damit das Gift
und der Ekel an der Zeit
nicht wirksam werden können,
damit die Keime lebendig bleiben
die wachsen müssen:
die der Liebe und der Wahrheit!
Die mit Blütenköpfen
durch Mauerritzen brechen.
Mit ihnen überlebe ich.

07/19 PGF

#87 Die Sprache der Liebe

Blicke und Träume, das ist die Sprache der Verliebten.
Am Tag suchen sich Augen, in den Nächten suchen sich die Gedanken.
Sonne und Mond sehen sinnend dem zu, weil niemand, wie sie, um gemeisames Schicksal und einsame Bahn weiß.
Und nur der Kuss, kann alle Worte ersetzen.

07/19 PGF

#82 Sommer sein

Stumm sein,
frei sein,
weich sein,
mit dem Wind wandern,
nichts halten,
unermesslich denken,
keine Grenze sein,
lieben,
Licht sein,
wachsen,
blühen,
verschmelzend
mit den Wolken,
in Neues
weiterziehen.

07/19 PGF