Die Symbole der Welt

Die Natur ist ja voller versteckter Hinweise, mit denen wir uns selbst ergründen können, wenn wir sie entschlüsseln.
Bäume gleichen unserem Nervensystem, mit den Wurzeln, als distalen Spinalnerven, dem Stamm als Rückenmark, der Krone als Gehirn. Oder die Berge: in der Höhe ist es einsam. Oder Menschen, die uns spiegeln und von Lebenswegen erzählen, die uns ähnlich sind, oder zu einem anderen Zeitpunkt hätten ähnlich werden können.
Wir müssen nur sehen und hören, dann werden die Grenzen zwischen innen und außen fließend.
In diesen Bildern finden wir nicht nur Nutzen; sondern den Sinn und jenen Frieden, den die Erkenntnis bringt, dass die Welt in einem geheimnisvollen Dialog mit uns steht.

04/18 PGF

Die kühne Demokratie der Welt

In Wirklichkeit geschieht alles, was die Mehrheit will. Es geschieht durch ihr Tun und ihr Unterlassen. Es käme der Frieden, wenn alle das wollen würden. Jeder für sich. Wenn wir lieben und die offenen und versteckten Bosheiten unterlassen würden.
Die Welt entwickelt sich, wie wir, als Kollektiv sie gestalten. Es ist keine Demokratie der Stimmabgabe, bei der wir im Turnus Verantwortung zeigen, sondern eine Demokratie der Tat, die sich jeden Tag, jede Stunde, in jeder Handlung vollzieht.
Wir können uns auf der Seite der Minderheit sehen und bedauern was geschieht: Krieg, Umweltzerstörung, Missbrauch von Macht, in allen Formen. Aber was geschieht, ist unser Beschluss. Der Beschluss der Art, die am mächtigsten geworden ist. Auch, wenn es unser Ende bedeutet.
In dieser Demokratie sind alle stimmberechtigt. Es gibt keine Stimmenthaltung, auf Grund von Schwäche oder Unentschlossenheit oder Zweifeln oder Achtlosigkeit.
Jeder wählt, jeden Augenblick.
Es gibt kein Entkommen, es gibt nur Verantwortung.

04/18 PGF

Zeit

Manchmal, wenn ich dich vermisse,
ist es ein wunderschönes Gefühl,
eine tiefe Vorfreude, auf das Wiedersehen,
auf das was sich sicher erfüllen wird.

Aber dann ziehen die Wolken am Himmel
und die Vögel kehren aus dem Süden zurück,
und die Berge liegen im Morgenlicht,

das alles seit langer Zeit,
während unsere so knapp bemessen …

und plötzlich wird die Sehnsucht wehmütig
und das viele Abschiednehmen schwer.

03/18 PGF

Abwartend

Vielleicht warten du und ich, dass es wird, wenn es werden soll
und das Schicksal wartet, dass wir etwas tun,
wenn es werden soll …

03/18 PGF

Die Zeichen des Frühlings

Als träumten sie vom Frühling, lagen die Wiesen in der Früh, vom Reif bedeckt.
Die Sonne hat noch nicht volle Kraft, aber sie streckt sich weit über die Welt und weckt in Zweigen und Erde, Trieb und Keim.
Die Vögel sind zurück, geschwätzig und vergnügt, an jedem Morgen.

Die Kälte und der Frost, mögen noch ein paar Anläufe unternehmen, die Zeichen des Frühlings sind unverkennbar.
Die Zeit treibt uns voran und es ist ein naives Gedankenspiel, so zu tun, als bliebe der Winter oder als käme die Kälte noch Wochen zurück.
Wir trösten uns, mit diesem Spiel.

Wir versuchen zu verbergen, dass die Zeit uns unweigerlich vorwärts treibt, unaufhaltsam.
Wer jetzt nicht sät, wird im Herbst nicht ernten.

03/18 PGF

Wie man liebt

Vielleicht bin ich sonderbar. Nicht leicht genug, nicht redselig genug, nicht Mann genug und zu unentschlossen.
Vielleicht müsste ich mehr glänzen, mehr stolzieren und zupacken.
Ich wäre dann halt nicht ich.

Spott vertrage ich nicht: so duldsam ich bin, so dünnhäutig bin ich und ich vergesse nicht.
Ich vergebe oder ich übersehe, aber ich kühle aus, wenn man mich verletzt.
In der Liebe gibt es keine Launen. Liebe nimmt das Lieben ernst.

So ernst, dass man darüber sonderbar werden kann und etwas schwer und verschwiegen und eher Mensch als Mann und vorsichtig im Entscheiden.
Man gibt nicht viel auf glänzen, stolzieren und zupacken. Es kommt nur darauf an gut zu lieben.
Zumindest ich, finde mich, in dieser Art des Liebens.

12/17 PGF