#66 Recherche die 2.

Zwischenzeitlich habe ich mich zwar schon um Informationen für andere Kapitel gekümmert, aber da ich es ja niemand zu leicht machen will, überspringe ich das und verweise auf folgende Recherche, der letzten Tage:
Herauszufinden war: Welche Möglichkeiten gibt es, um von Lettland, ich hätte an Riga gedacht, aber das Land ist groß … nach Dänemark zu kommen?
Da ein Verletzter – oder war es eine Frau? – unter den Reisenden ist, würde ich nicht an einen Flug denken.
Dafür ist mir eine Lösung schließlich eingefallen.
Allerdings nicht ohne vorherige ärztliche Untersuchung.
Bei der Gelegenheit: Kennt jemand in der Nähe von Riga einen Unfallchirurgen, der sich gut mit Schusswunden auskennt?
Glatter Durchschuss, vermutlich nur Wundverband und Antibiose …
Was man alles so recherchiert.
Trotzdem bleiben Fragen:
Warum aber Lettland?
Und dann Dänemark?
Was hat die Bundeswehr da oben zu tun?
Und, wie war das mit dem osmanischen Reich?
Fragen über Fragen …

😉 PGF

#65 Jubel

Was man als Autor nicht hat, ist der Jubel, wie ihn beispielsweise Sportler erleben. Da steht niemand rechts und links der Straße, wie am Ende der Bergetappe und ruft: „Nur noch die Kurve! Nur noch die Kurve! Da ist das Ende!“
Und, wenn man den Punkt, hinter ein erfolgreiches Kapitel setzt, geht keine Laola durchs Stadion, als hätte man eben das 4:0 per Fallrückzieher erzielt.
Und, wenn das Buch im Regal steht, ereifern sich nicht zwei angestachelte Kommentatoren über den famosen Angriff der Kritik, das stabile Mittelfeld der Leser oder die knackige Verteidigung derer, die das Buch unterstützen.
Unser Jubel ist Aufmerksamkeit, wenn bei einer Lesung das Publikum achtsam zuhört oder nach vollendeter Lektüre irgendwo eine stimmige Rezension landet oder, wenn einfach jemand das Buch zuklappt und glücklich ist, es gelesen zu haben.
Die ganz Glücklichen der Zunft ernten dann und wann Applaus, möglicherweise, wenn sie einen Preis entgegennehmen.
Aber bis dahin ist es immer sehr still, um den Erzählenden.
Außen still, aber Innen so voller Eindrücke, so voller Bilder, voller Stimmen und Gefühle, die gehört und verstanden werden wollen, dass lauter Jubel da nur stören würde.
Allein ein aufmunterndes: „Das ist gut gelungen. Ich hoffe Sie machen weiter.“ ist manchmal unbezahlbar …

06/19 PGF

#64 Grundton

Ich glaube, dass jeder Text, auf einem Grundton beruht, der nicht nur mit dem Stil, nicht nur mit dem/n Handlungsfa(ä)den zu erklären ist, sondern der Melodie eines Denkens entstammt, welches ihn erzeugt.
Ob in der Musik, ein Ton/Thema genügt, kann ich nicht beurteilen, mir erscheint zumindest im Bereich der Klassik, jede Sinfonie darauf zu beruhen, dass sie ständig Tempo und Dramatik verändert. Bei Texten verhält es sich anders.

Beim aktuellen Skript ist dies zur Zeit mein vorrangiges Problem. Ich befinde mich mit meinem Raumschiff Schreibsurprise in den unendlichen Weiten von 1595 Normseiten und der Rand des Universums scheint noch nicht erreicht.
Während ich mit den einzelnen Kapiteln, um im Bild zu blieben, den fernen Welten, sehr zufrieden bin, rattert meine Schwingungsfrequenz zwischen den Gestirnen erheblich.
In der Anschauung des Nada Brahma (Die Welt ist Klang) verfügt jeder Planet über einen eigenen Grundton, eine eigene Schwingung die ihn ausmacht. Ich bin dabei einen ganzen Kosmos auf diesen Grundton zu vereinen, weil ich überzeugt bin, dass der Text nur funktionieren wird, wenn dieses Grundelement alle Einzelteile unsichtbar verbindet.

Kann mir noch jemand folgen?

Jedenfalls, wie bunte Stein, in einem Mosaik zusammengefügt, ein Bild ergeben, ergibt sich aus der Summe an Szenen und Charakteren, die ich am zusammensetzen bin, nur dann ein Bild, wenn ich diesen Ton nicht verliere, wenn ich ihn, bis zum Ende, halten kann.

06/19 PGF

#63 Zeit der Besorgnis

Es hat gute, alte Tradition in Deutschland, den Bürger per Nachrichten zu ermuntern, beim Bewährten zu bleiben, wenn die Kritik an der etablierten Regierungsarbeit zu groß wird.
Dann ergeben sich, mahnende Zahlen über eine zurückgehende Exportbilanz und die Warnung vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Dann wird der Himmel schon mal duster, weil ein geistig Bescheidener in Washington regiert. Dann kann man auch mal 48 Stunden, über zwei brennende Frachter Dauersendungen liefern, während im Hintergrund, eine Küste erscheint, in deren Inland sich eine furchtbare humanitäre Kastastrophe ereignet, von der wir nichts hören.
Welche Küste da ist? Ich würde meinen Blick auf die richten, die am Golf von Aden liegt.

Jedenfalls es geht um Besorgnis, um Arbeitsplätze, Produktivitätsverlust, Stagnation der Gewinne.
In den Jahrzehnten, in denen ich das überblicken kann, hat das zu meinem Erschrecken regelmäßig funktioniert: Michel hat gewählt, was Michel kannte, damit es nicht ganz so schlimm wird. Aber es wurde nicht besser. Der Sozialstaat nahm ab und die Leistungsverdichtung nahm zu. Die Arbeitslosenstatistik war gut, geschönt durch Millionen prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

Mir scheint, diesmal wirkt es nicht. Dafür ist die Lebenswirklichkeit der meisten zu dicht, mit zwei Jobs oder drei, mit Familien die nur noch funktionieren, wenn der Hort die Kinder abnimmt, damit zwei arbeiten können, mit einem Gesundheitssystem vor dem Kollaps und einem Bildungssystem fernab der wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Schlechte Nachrichten stabilisieren die Volksparteien, sie verringern die Bereitschaft einer Bevölkerung die Gesellschaft zu verändern. Zum ersten Mal bin ich guter Hoffnung, dass dies misslingt, weil der Alltag in einer gewinnmaximierten Leistungsgesellschaft schlimmer ist, als schlechte Nachrichten.

06/19 PGF

#62 Und was haben wir jetzt?

Dem geschätzten fraggle sei Dank! Immerhin ein wenig.

Dass war gestern schon, wie in der Schule: der Lehrer fragt was, schweigende Klasse, zum Glück meldet sich einer 😉
Wobei der Fragende natürlich überlegen muss, hat er ein spannendes Thema herausgesucht oder ein langweiliges zumindest spannend präsentiert?
Ich werde mit mir, bis zur nächsten Recherche-Präsentation, darüber beraten.
Schön, dass viele mitgelesen haben!

Also – im Überblick:
In dem aktuellen Skript wird es irgendwie, um die Bundeswehr gehen oder vielleicht nur um einen Bundeswehrsoldaten. Das osmanische Reich oder eine andere historisch relevante Militärmacht spielt ganz, ganz, ganz am Rande ein Rolle.
Damit sind geschätzte 0,0093 % der Geschichte aufgelöst.
Schadet nicht, ich schreibe ja noch eine Weile daran.

Demnächst folgt der nächste Recherche-Hinweis.
Ich danke fürs Mitmachen 🙂 und fürs Mitlesen 🙂 und finde es höchst unterhaltsam in wie viele Richtungen, die gleiche Information sich entwickeln kann.

Schönen Abend!
PGF

#61 Besucherzahl schlägt Kommentarzeile

Also gut. Dann nehme ich mal die hohe Besucherzahl zum gestrigen Beitrag, als Indiz, dass ihr die Idee gut findet ein heiteres „Wer werde ich?“ zu veranstalten.
Die Schweinderl sind bereit gestellt. Welches hättet ihr denn gerne?
(Für die Jüngeren: einfach Robert Lembke googeln.)

Aktuell recherchiere ich über die türkische Stadt Adana, nahe der Mittelmeerküste. Eine unerwartet große Industriestadt, mit eindrucksvollen 45000 Student(inn)en. Man kann sich fragen, wie die Stadt den grenznahen Syrienkonflikt erlebt und wie viele Flüchtlinge aus den Krisengebieten, von hier aus den Weg über das Mittelmeer, nach Griechenland suchen. Aber die Stadt oder das Land oder die Landschaft oder das Meer geben ein schier grenzenloses Spektrum an Themen her. Vom Essen, über Handel, über Geschichte, ein Fundus an Ideen 😉

Was denkt ihr könnte hier für ein Charakter/Handlungsfaden/Schauplatz: in Aktion treten/sich (weiter)entwickeln/ausgewählt werden?

Damit liegst du

06/19 PGF

#60 Vorschlag Nummer 1

Da ich ja schlaflose Nächte bekomme, wenn ich Wünsche nicht erfüllen kann, habe ich die letzten, Stunde um Stunde mit mir gerungen, wie es vielleicht doch möglich wäre, etwas über das Manuskript zu verraten. Dabei kam mir (und hier bewerfe ich mich selbst mit Konfetti) die fast brilliante Idee, euch an den Recherche-Themen teilhaben zu lassen.
In dieser Struktur:

– Aktuell recherchiere ich über …

– Was denkst du (also ihr), welche(r) Figur/Schauplatz/Handlungsfaden daraus entstehen könnte …

– Damit hast du recht/unrecht … (im Folgebeitrag – nota bene)

Im Rahmen von „Ich lerne kommentieren“, verzichte ich auf eine Umfrage (schweren Herzens) und werfe beliebig, ein paar Antworten in die Runde, natürlich zu Nutzung bei Bedarf:

„Spar dir die Arbeit!“
„Das ist wirklich – wirklich brilliant.“
„Macht doch jeder!“
„Könnte ich mir spannend vorstellen.“
„Was gibt es als Hauptpreis?“

Ehe ihr euch rastlos an die Tastatur werft, der mahnende Hinweis, dass ich mit allen, mir zur Verfügung stehenden Mitteln, dafür sorgen werde zu verhindern, dass ihr euch dem Plot nähert. Das ist also nur etwas für Drachentöter, Robert-Lembke-Kultisten und hauptberuflichen Zwiebelschneidern.

Ich danke für die Aufmerksamkeit 😉

PGF

PS: Ich vergaß zu erwähnen: etwa ein Beitrag die Woche.