Gestra (34)

34

»Wo ist es?« Fragte Ryken aufgeregt.
»Verschwunden«, erklärte ich. »Es hat den Hund verspeist.«
»Es hat was?« Jez sah mich entsetzt an. »Es hat Sheldon gefressen?«
»Den Hund verspeist, wie eine Venusfalle. Wir konnten nur zusehen.«
»Ich wollte schießen.« Korrigierte Donavan mich.
»Und ich, dachte nicht, dass das in deinem Sinn ist«, erklärte ich in Richtung von Ryken.
Der warf mir einen dankbaren Blick zu.
»Und jetzt?«
Keiner von uns vier war bereit, jetzt die Jagd aufzunehmen.
»Vielleicht sollte wir uns erstmal neu sortieren.« Schlug ich vor.
Wir entschieden uns zum Observatorium zurückzuziehen.
Donavan schwitzte, auf dem Rückweg vor Stress, als wäre es Hochsommer, Jez war so kreidebleich, dass sie im Dunkeln beinah, wie Gestra milchig geleuchtete und Ryken saß schweigend in einem Gedankenkarussel, welches ich nicht ganz überblicken konnte. Jedenfalls war er nicht überrascht und geschockt, was geschehen war, sondern gestresst und geschockt, dass er die Lage nicht im Griff hatte.
Wir sprachen wenig, während wir zurückliefen. Nur das allernötigste zur Orientierung. »Da müssen wir lang!«, »Warte kurz!«, »Ist das nicht der Weg?«. Alles nur geflüstert, um Gestra nicht neugierig zu machen.
Als wir das Observatorium erreichten, nahm Jez einen Schlüssel aus ihrer Tasche und schloss, das Häuschen auf, in dem die Teleskope – noch immer beschädigt – standen.
»Wir haben Schlafsäcke hier und Isomatten.«
Donavan hob die Hand.
»Was soll das heißen? Ich fahre jetzt nach Hause. Ich muss was essen.«
»Was zu essen ist auch da, wir können uns Toast mit Käse und Schinken machen. Ich glaube, im Tiefkühlfach sind sogar noch ein paar Burger.«
Jez hatte bereits begriffen, was dem Sheriff noch bevorstand: wir konnten nicht einfach nach Hause fahren und uns ins Bett legen. Sicher konnten wir den Wald nicht umstellen und Gestra an der Flucht hindern, aber wir konnten uns hier hinlegen, wie Speck in eine Mausefalle und warten, ob das Ding uns besuchen kam.
»Dann wünsche ich guten Appetit.« Beharrte Donavan uneinsichtig. »Ich jedenfalls-«.
»Sie bleiben.« Beendete Ryken, die Diskussion. »Jez hat es verstanden, Sie noch nicht: Wir bleiben hier. Sobald der Morgen dämmert, machen wir uns auf die Suche nach dem Dinge, dass den Hund von Miss Dorset verspeist hat. Wir halten hier Wache.«
Donavan wollte nicht klein beigeben.
»Und was machen wir, wenn es zur Straße hin abzischt oder rechts und links aus dem Wald seinen Fluchtweg sucht?«
»Das wird es nicht.« Antwortete Ryken so knapp, dass ich verstand, dass er den Grund dafür kannte, aber nicht verraten würde. Donavan verstand noch immer nicht.
»Und wieso? Haben Sie einen Zaun heimlich aufgestellt?«
»Sheriff! Schenken Sie uns die Diskussion. Informieren Sie, wen sie müssen, dass Sie heute Nacht nicht nach Hause kommen und dann bereiten wir uns das Lager vor.«
Donavan murrte noch ein wenig, dann zeigte er sich befehlsgehorsam, wie es zu erwarten war.
Jez begann Schlafsäcke und Isomatten zu verteilen und schlug vor, dass wir unser Lager in der Hütte aufschlugen.
»Der Platz müsste ausreichen, wenn wir die Teleskope auf die Seite stellen. Ich hoffe, Sie schnarchen nicht, Sheriff.« Bemerkte sie, um den Sheriff etwas aufzuheitern.
Aber der war mit dem Inhalt des Kühlschranks beschäftigt und versuchte sich klar zu werden, ob wir oder zumindest er, davon satt werden konnte.
Ryken und ich, starteten in der Kiesgrube ein kleines Lagerfeuer und stellten den Schwenkgrill bereit, über dem wir uns Abendessen grillen wollten.
Es wurde dunkel. Der Himmel war sternenklar und funkelte geheimnisvoll über uns. Wir saßen schweigend um die Feuerstelle und warteten, bis die Flammen nachließen und die Glut ausreichte, um unser Abendessen zu zubereiten.
Es war kühl. Jeder von uns war froh, um seine Jacke, in die er gepackt war und um die Wärme des Feuers. In der Hütte, mit den Schlafsäcken würden wir die Nacht aushalten.
»Hast du eine Idee, was das war?« Unterbrach Jez schließlich die Stille.

02/21 PGF

34

„Where is it?“ Ryken asked excitedly.
„Disappeared,“ I explained. „It ate the dog.“
„It what?“ Jez looked at me in horror. „It ate Sheldon?“
„Ate the dog, like a Venus trap. All we could do was watch.“
„I was going to shoot.“ Donavan corrected me.
„And I, didn’t think that was in your mind,“ I explained in Ryken’s direction.
He gave me a grateful look.
„Now what?“
None of the four of us were ready to start hunting now.
„Maybe we should regroup first.“ I suggested.
We decided to retreat to the observatory.
Donavan, on the way back, was sweating with stress as if it were the height of summer, Jez was so chalky pale that she almost glowed milky in the dark, like Gestra, and Ryken sat silently in a carousel of thoughts that I couldn’t quite keep track of. In any case, he was not surprised and shocked at what had happened, but stressed and shocked that he was not in control of the situation.
We spoke little as we walked back. Just the most basic things to get our bearings. „We have to go that way!“, „Wait a minute!“, „Isn’t this the way?“. All just whispered so as not to make Gestra curious.
When we reached the observatory, Jez took a key from her pocket and unlocked, the little house where the telescopes – still damaged – were.
„We have sleeping bags here and sleeping pads.“
Donavan raised his hand.
„What do you mean? I’m going home now. I need something to eat.“
„Something to eat is here too, we can make toast with cheese and ham. I think there’s even some burgers in the freezer.“
Jez had already realized what was ahead for the sheriff: we couldn’t just go home and go to bed. Sure we couldn’t surround the woods and stop Gestra from escaping, but we could lie here like bacon in a mousetrap and wait to see if the thing came to visit.
„Well, bon appétit, then.“ Donavan insisted impassively. „I for one-„.
„You stay.“ Ended Ryken, the discussion. „Jez gets it, you don’t yet: we’re staying. As soon as morning dawns, we’re going in search of the thing that ate Miss Dorset’s dog. We’ll keep watch here.“
Donavan wasn’t about to back down.
„And what do we do if it bolts for the road or makes its escape right and left out of the woods?“
„It won’t.“ Answered Ryken so tersely that I understood he knew the reason but would not reveal it. Donavan still didn’t understand.
„And why is that? Did you put up a fence on the sly?“
„Sheriff! Stop the discussion. Inform whoever they have to that you’re not coming home tonight, and then we’ll get camp ready.“
Donavan grumbled some more, then showed himself obedient to orders, as was to be expected.
Jez began distributing sleeping bags and sleeping pads and suggested that we set up camp in the hut.
„There should be enough room if we put the telescopes on their sides. I hope you don’t snore, Sheriff.“ She remarked, trying to cheer the sheriff up a bit.
But he was preoccupied with the contents of the refrigerator, trying to figure out if we, or at least he, could get his fill of it.
Ryken and I, started a small campfire in the gravel pit and set up the swivel grill over which we were going to grill dinner.
It was getting dark. The sky was starry and sparkled mysteriously above us. We sat in silence around the fire pit and waited until the flames subsided and there were enough embers to cook our dinner.
It was chilly. Each of us was glad for the jacket we were bundled in and for the warmth of the fire. In the hut, with our sleeping bags, we would last the night.
„Do you have any idea what that was?“ Jez finally interrupted the silence.

02/21 PGF

Indem du einen Kommentar verfasst, stimmst du den im Datenschutz beschriebenen Angaben zu. Ich gehe mit deinen Daten sorgfältig um, sie sind aber, im hier öffentlichen Raum frei zugänglich. Um das Risiko für dich gering zu halten, habe ich die Avatar-Ansicht deaktiviert. Von alldem abgesehen: ich freue mich, wenn du kommentierst :)

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.