In der Welt / In the world

Ich ging spät noch über den Pfad, der vom Haus wegführt, weil die Luft so frisch und die Wolken so edel waren, wie sie, golden beleuchtet von der tiefstehenden Sonne, am Horizont trieben. Ein Schwarm Krähen kreiste am Himmel und krächzte sein dunkles Lied vom Vergehen und dem Leichenschmaus.
Das Jahr war noch jung, rosig und unbefleckt, wie ein Neugeborenes, aber vor ihm breitet sich das Leben aus, wie eine Flut, in der alles versinkt, was sich nicht an ferne Ufer rettet.
Mir aber waren die Schritte und die Gedanken leicht, weil ich wusste, dass die Welt nicht besser würde, wenn ich sie mit meinen Gedanken beschwerte. Ich sehnte mich nach Himmel über mir, der sich ausbreitet, wie die grenzenlose Weltseele und feuchter Erde unter mir, in der das Leben freudig auf den Frühling wartet und schon träumt von roten Mohnblüten, die sich im Wind wiegen und prallen Äpfeln, die in der Sonne glänzen.
Ich lief meine übliche Strecke, ein kleines Rund zwischen leeren Maisfeldern und einer weitläufigen Koppel, auf der die jungen Pferde um die Wette galoppieren, wenn der Sommer auf der Welt liegt. Entlang der alten Gleiße, auf denen kein Zug mehr fährt und den Wall entlang, hinter dem das Südland liegt und das Gebirge, welches auf dem Weg dorthin, überwunden werden will.
Während ich lief, dachte ich vieles. Ich dachte an dich und schüttelte den Kopf über mich, weil ich ein Narr bin. Ich dachte an meine Aufgaben und meine Pflichten und fragte mich wohin ich wollte und wie weit ich, beim besten Willen, überhaupt kommen konnte. Und bettete meine Gedanken ein, in diese Welt und diese Dämmerung, vor denen mein Denken und Fühlen und Wollen bestehen mussten.
Als ich Heim kehrte, glänzten die Laternen bereits, gelb im Abendnebel und unter ihrem warmen Licht ging ich zufrieden nach Hause. Weit war ich schon, manche Zeit, in die Welt entlaufen, nicht immer wissend, wohin ich zurückkehren würde, aber an diesem Abend und in dieser Zeit, wusste ich wo mein Platz war – in dieser wundersamen Welt.

01/21 PGF

I walked late along the path leading away from the house because the air was so fresh and the clouds so noble as they drifted along the horizon, illuminated golden by the low sun. A flock of crows circled in the sky, cawing their dark song of passing and corpse feasting.
The year was still young, rosy and unsullied, like a newborn, but before it life spread out like a flood in which everything sinks that does not save itself on distant shores.
But my steps and thoughts were light, because I knew that the world would not be better if I weighed it down with my thoughts. I longed for sky above me, spreading out like the boundless world soul and moist earth below me, where life joyfully waits for spring and already dreams of red poppies swaying in the wind and plump apples shining in the sun.
I ran my usual route, a small round between empty cornfields and a spacious paddock where the young horses gallop in a race when summer is upon the world. Along the old gully, on which no train runs any more, and along the rampart, behind which lies the Southland and the mountains, which on the way there, want to be overcome.
As I walked, I thought many things. I thought of you and shook my head at myself for being a fool. I thought of my tasks and my duties and wondered where I was going and how far, with the best will in the world, I could possibly get. And embedded my thoughts, in this world and this twilight, before which my thinking and feeling and wanting had to exist.
When I returned home, the lanterns were already shining, yellow in the evening mist, and under their warm light I went home satisfied. Far I had already, many a time, escaped into the world, not always knowing where I would return, but that evening and in that time, I knew where my place was – in this wondrous world.

01/21

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