#129 „Eine Geschichte“ (19)

Jetzt war Vandenberg gestresst.
„Das ist doch übertrieben!“
Er blickte hektisch zwischen Jack und der Straße hin und her.
„Finden Sie?“ Jack fixierte ihn kühl. „Sie kennen die Chaos-Theorie?“
„Ein Schmetterlingsschlag kann die Welt verändern?“
„Genau, in dieser platten Formel zusammengefügt.“
„Ja und?“
„Es muss nichts Großes sein. Lassen Sie Einstein jung bei einem Verkehrsunfall sterben. Die ganze Weltgeschichte wird eine andere sein, weil ein Moment: als Einstein und der Fahrer aufeinandertreffen, alles verändert.“
„Aber es kam doch, wie es kommen musste.“
„Das sagte ich, wenn Entscheidungen getroffen werden, wie vorgesehen. Was, wenn der Fahrer an diesem Morgen denkt: Lass das Auto stehen! Aber er hört nicht auf sich, er schlägt das Unbehagen in den Wind und fährt los.“
Jack pausierte.
„Und: Bumms! Ist Einstein tot.“
Vandenberg überlegte.
„Weil ich Sie entführt habe, komme ich um?“
Jack genoss die Unruhe in Vandenbergs Stimme.
„Sie müssen nicht sterben, um nie mehr mit ihrer Frau frühstücken zu können. Darum geht es nicht. Ich habe an einem Ritual teilgenommen, einem Ayahuasca. Ich hatte eine Vision, dass meine Erkenntnisse, wenn ich sie nicht für mich behalte, zum Untergang der Welt führen.“
„Noch haben Sie ja nichts ausgeplaudert.“ Vandenberg schien sich, mit dem Gedanken zu beruhigen.
„Das ist nicht mehr nötig. Weil das Wissen in der Welt ist, dass ich über eine Idee verfüge. Die wird sich manifestieren, wie sich die Atombombe, aus der Idee der Kernspaltung manifestiert hat.“
„Und, weil ich tue, was nicht vorgesehen ist …“.
„… beginnt das Toben der Zeit.“ Vollendet Jack den Satz.
„Was wozu führt?“
„Dass die Dinge Ihre Ordnung verlieren. Es gibt eine unsichtbare Richtigkeit, die wir mit unserem Tun ausfüllen. Sie entscheidet über untergehen oder fortbestehen. Wir sind frei zu wählen, aber nicht frei von den Folgen.“
„Die dunkle Struktur?“

08/19 PGF

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