#127 „Eine Geschichte“ (17)

„Sie meinen, das Toben hat begonnen? Die Welt wird verschlungen, wie durch die Klimakrise: falsche Entscheidungen – fatale Folgen?“
Jack sah nicht nach Vandenberg.
„Das ist der große Kollaps. Es fängt kleiner an.“
Jack wandte sich zu seinem Fahrer.
„Wissen Sie Vandenberg, als ich aufwachte schilderten Sie, wie Ihre Frau Ihnen Frühstück ans Bett bringt. Das wird nie mehr geschehen. Indem Sie mich verhaftet haben, wurden Sie zu einem Teil dieses Tobens.“
Vandenberg blickte irritiert zu Jack.
„Wie meinen Sie das? Es hieß, sie würden berechnen, wie Licht, die Wirklichkeit konstruiert.“
Jack lachte amüsiert, jetzt waren sie in seinem Terroir.
„Ich habe geforscht, welche Informationen im Sonnenlicht hinterlegt sind, weil ich glaube, dass diese gewaltige Gaskugel in der Mitte unseres Planetensystems eine Form von Bewusstsein sein könnte, die mit den sie umkreisenden Planeten kommuniziert. Da war ich aber noch nicht in Bolivien.“
Vandenberg hatte Mühe sich auf die Fahrt zu konzentrieren.
„Und was hat das verändert?“
„Ich habe eine Erfahrung gemacht, außerhalb der Zeit und außerhalb des Lichtes. Als ich zurückkam, verstand ich, dass im Licht der Stoff liegt, aber nicht die Struktur. Die Struktur liegt im Dunkel.“
Vandenberg packte das Lenkrad fest.
„Sie haben recht: ich verstehe es nicht.“
Jack war nicht bereit, ihn jetzt zu schonen.
„Wir konstruieren die Welt. Sie und ich! Wenn wir zusammenkommen, treffen zwei Wirklichkeiten aufeinander, vielleicht entsteht eine weitere. Wenn wir die Welt richtig sehen, richtig entscheiden, ist alles gut, wenn nicht tobt die Zeit.“
„Dann wäre die Welt ja ein fortdauerndes Chaos!“
„Nicht unbedingt: Menschen begegnen sich, trennen sich und der Wirbel verliert sich in der gewaltigen Strömung des Ganzen. Aber wir beide: wir rasen mitten in den Sog, deshalb wird Ihre Frau Ihnen nie mehr Frühstück ans Bett bringen. Ich bin ihr Ende!“

08/19 PGF

2 Kommentare zu “#127 „Eine Geschichte“ (17)

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