#126 Eine Geschichte (16)

Sie wartete noch auf die Vorspeise, als Inge Brücks Smartphone vibrierte. Da es ihr Diensttelefon war, nahm sie den Anruf entgegen.
„Brück.“ Meldete sie sich.
Sie hörte aufmerksam zu.
„Ramstein, sagen Sie?“
Sie nickte und, wie bei einem perfekten Synchronsprung bewegten sich ihr Kopf und ihr Handy vor und zurück.
„Jetzt? Aktuell? Sicher? Ist okay, ich gebe es weiter.“
Sie beendete das Telefonat.
„Und?“ Mathews Stimme war gespannt.
„Sie haben etwas. Eine Flugbewegung von vor drei Tagen, mit Landung in Ramstein.“
„Der Airbase?“
„Ja. Am gleichen Tag, Grenzübertritt eines amerikanischen Dienstfahrzeugs an der deutsch-französischen Grenze, Nordvogesen. Französische Beamte registrieren das Fahrzeug in Richtung Elsass, geringe Geschwindigkeitsüberschreitung, im Toleranzbereich. Deshalb keine Ermittlung. Ab dann verschwindet das Fahrzeug.“
„Das ist aber sehr dünn.“ Naval blätterte noch in der Speiskarte.
„Aber unser einziger Hinweis.“ Bemerkte die Deutsche.
Mathews stand auf und der Spanier starrte ihn überrascht an.
„Was hast du vor?“
„Wir fahren Richtung Ramstein.“
„Wir haben noch nicht gegessen.“
„Wir holen uns unterwegs einen Döner.“
Naval war nicht einverstanden.
„Das ist französische Küche, die wir verpassen.“
„Schnecken und Sauerkraut – brauche ich nicht.“ Mathews war die Abneigung anzusehen.
„Aber wir haben gar keinen Anhaltspunkt.“
„Doch diesen einen! Wenn die Zielperson, vor drei Tagen in Deutschland ankam, in der Nacht zum zweiten Tag nach Frankreich fuhr und dortblieb. Könnte Sie die Aktion an diesem Tag vorbereitet und am Abend durchgeführt haben. Bedeutet: Heute Nacht könnte die Fahrt zurück erfolgen. Mit Daniels im Gepäck. Von Ribeauville nach Ramstein.“
Naval ließ frustriert die Speisekarte sinken.
„Du lässt mich hier sitzen, wenn ich nicht mitkomme – oder?“
„Richtig.“
„Und was jagen wir? Einen Mörder oder einen verrückten Wissenschaftler?“
„Das wissen wir erst, wenn wir ihn haben.“

08/19 PGF

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