#123 Eine Geschichte (13)

Das war das Problem: Laien glaubten, mehr zu verstehen, als sie taten. Aber, wenn die Welt und die Wirklichkeit und der Kosmos, wenn Endlichkeit und Supernova leicht zu verstehen wären, gäbe es Kinderbücher darüber, mit schönen, bunten Zeichnungen und kleinen Texten. Es müsste nicht alles mathematisch, in Zahlen und Formeln, erfasst werden, sondern stünde in einfachen Sätzen da.
Selbst Zahlen drohten zu scheitern, wenn es um die Erklärung von Makrokosmos und Mikrokosmos ging! Was lag zwischen +1 und -1? 0? Nur Null? Lag da nicht eine Unendlichkeit dazwischen, von 0,1 über 0,001 bis 0,000000000000000000000000000000000000001 und weiter und weiter und dann wieder -0,00000000000000000000000000001 über -0,001 bis -0,1 und noch viel mehr?
Und, wenn man es konkreter fasste: Was lag zwischen, einen Apfel besitzen und ihn besitzen wollen? Hunger?
Und zwischen Materie und Anti-Materie? Geist? Stufen des Geistes?
Es war viel komplizierter
Laien hörten Quantenphysik, fanden es spannend und machten Quantenheilung daraus, als wäre die kosmische Matrix ein Firlafanz, den jeder beherrscht. Für sie lag zwischen +1 und -1 tatsächlich nur Null.
Er zog sein Gesicht zurück.
„Sie stellen es sich zu einfach vor.“
Vandenberg strahlte.
„Sie schaffen das, Mister Daniels.“
„Aber ich will das gar nicht! Ich will „den Film“ nicht schaffen. Das soll Gott tun oder der Teufel oder der Zufall.“
Er dachte, an die Visionen in seinem Ayahuasca, an das Toben der Zeit, an dunkle, endlose Räume aus Quanten, die das menschliche Denken in den Wahnsinn trieben, in denen, der „Film“ zum Traum und der Traum zum Alptraum wurde, einem Alptraum, der in einer kalten Leere endete.
„Sie verstehen nicht.“ Versuchte er noch einmal.
Vandenberg erhob sich.
„Was ist los mit Ihnen? Komme Sie mit! Was haben Sie zu verlieren? Denken Sie, wir hören auf, wenn Sie uns nicht helfen?“
Jack erschrak vor dem diabolischen Grinsen, welches sich auf Vandenbergs Gesicht zeichnete und wusste: ich muss mitkommen!

08/19 PGF

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