#119 Eine Geschichte (9)

„Sehen Sie, mir geht es um Freiwilligkeit. Gute Arbeit beruht immer auf Freiwilligkeit. Sie können gehen. Kein Problem. Wenn Sie mit uns zusammenarbeiten wollen, melden Sie sich.“
„Gut, dann binden Sie mich los.“
Vandenberg kam auf ihn zu, nahm eine Schere vom Tisch, neben dem Bett auf welches er gefesselt war und schnitt die Kabelbinder durch, mit denen seine Hände an den Rahmen des Bettes gefesselt waren. Dann löste er mit einem dafür vorgesehenen Magneten, die Metallverschlüsse, mit welcher die ärmellose Zwangsjacke ihn auf dem Bett fixierte.
Er schwang sich auf.
„Also kann ich gehen?“
„Wie Sie wollen. Nur -„. Vandenberg dehnte die Pause übertrieben. „Sie müssten nur eins wissen.“
Er wartete.
Vandenberg schwieg.
Also fragte er: „Und das wäre?“
„Sie werden gesucht.“
Irritiert verzog er das Gesicht.
„Ja, weil Sie mich entführt haben.“
Vandenberg sah ihn an, wie ein Lehrer der weiß, dass der Schüler an einer Aufgabe scheitern wird.
„Nein, das weiß doch keiner! Sie werden gesucht, wegen eines Mordes.“
„Was soll das?“ Abrupt erhob er sich. „Ich habe niemand ermordet.“
„Das weiß ich doch“, bemerkte Vandenberg ruhig. „Aber man vermutet es.“
„Was für ein Schwachsinn!“
„Mister Daniels, Sie erinnern sich gewiss an die junge Frau, mit der sie sich gelegentlich treffen?“
Er wusste sofort, wer gemeint war.
„Carlota?“
„Ich glaube, so hieß sie.“
Er erstarrte.
„Was ist geschehen?“
„Tot! Ein Drama. Im Moment sieht es nach Mord aus, mit ihren Spuren in der Nähe … aber es könnte auch ein Unfall daraus werden oder ein Selbstmord. Wir haben Möglichkeiten, mit denen wir spielen … Im Moment sind Sie, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise: „am Arsch“.“
Jack spürte, wie ihm die Beine weich wurden.
„Sie ist nicht tot!“
Vandenberg lächelt kalt.
„Doch ganz sicher!“

08/19 PGF

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