#114 Eine Geschichte (4)


„Und was haben wir?“
Mathews sah sich in der Wohnung um, die völlig demoliert war.
„Nichts weiter. Nur diesen angefangenen Brief. Aber der bricht mitten drin ab. Irgendwo müssen sich noch umfangreichere Aufzeichnungen befinden.“ Erklärte der Beamte.
„Und woher wissen wir das?“
„Steht in dem Brief!“
„Dann sucht weiter! Irgendwo müssen die Aufzeichnungen sein!“
Mathews war nicht zufrieden mit den Leuten, die man ihm zugeteilt hatte. Er war einem möglichen Drogenhändler und einem Staatsfeind auf der Spur und erhielt Dorfpolizisten zur Unterstützung. Seit zwei Tagen war der Mann verschwunden. Seine Nachbarn hatten die Polizei informiert, nachdem sie laute Geräusche aus der Wohnung gehört hatten. Nichts Unnatürliches, es klang nach einer Prügelei, konnte aber auch nur das Verschieben eines schweren Möbelstücks darstellen. Die Polizei kam vorbei, fand niemand, nur das Chaos in der Wohnung und wollte sich damit am liebsten in die Sommerferien verabschieden. Wäre der Mann nicht Physiker in CERN gewesen und kurz zuvor in Bolivien auf Expedition, hätte sich niemand groß darum gekümmert.
„Mann Mitte 40, seit Mittwoch verschwunden“, hätte die Notiz gelautet. In den nächsten vier Wochen hätte sie niemand mehr durchgelesen. Bis der PDCA-Zyklus eine Überprüfung gefordert hätte. Je nach Beamtem hätte das Ergebnis lauten können: „Noch nicht da? Warten wir noch vier Wochen!“ Ohne Angehörige die nachfragen, hätte sich das so ein Jahr hinziehen können. Arbeit glaubten immer alle, genug zu haben. Tatsächlich hatten sie genug davon bei Interpol.
So war es nicht gekommen. Die Verwaltung in CERN hatte sich gemeldet und dem Polizeikommandanten von Ribeauville den Kopf gewaschen und dann war alles schnell gegangen: Wer war dort? Warum ist noch nichts passiert? Informieren sie die nächste Dienststelle. Die hatte Interpol informiert und die ihn, wegen einem Physiker in Lebensgefahr, der kurz davor stand, den Durchbruch bei der Erforschung von Anti-Materie zu schaffen

2 Kommentare zu “#114 Eine Geschichte (4)

  1. Ich prangere die Nichtverwendung einer adäquaten Konjunktivkonstruktion im letzten Satz an, aber sonst liest sich das gut. 😉 So gut, dass ich Ribeauville googeln musste. Gutes Zeichen. Schöne Gegend offensichtlich.

    • Ich danke wohlgemut und verweise demütig darauf, dass wir uns im Bereich einer Etüde befinden die sich, konjunktiv konstruiert zwischen La Paz und der Elsassperle Ribeauville die

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