#111 Eine Geschichte (1)

Es hat angefangen seit ich aus Bolivien zurück bin. Die Welt ist so surreal, wie sie es ist, wenn wir für kurze Momente begreifen, dass wir sterblich sind, ehe wir es rasch beiseiteschieben, weil wir es nicht ertragen.
Und die Menschen sind mir fremd, als wüssten sie nicht, was echt an mir ist und was nicht.
Meine Bericht aus Bolivien werde ich nicht veröffentlichen. Obwohl – die Menschen, die Landschaften … Vielleicht werde ich ein paar Fotografien zeigen oder einige der Zeichnungen, die ich angefertigt habe.
Meine Berichte würden nichts klarer machen, weder die Gewalt, noch die Schönheit. Das können Bilder besser oder Skulpturen. Wie jene von Kollwitz. Die zeigten wundervoll den Schrecken des Krieges. Ich habe eine, als Cover meines Buches verwendet. Verkauft hatte es sich deshalb nicht besser.
Vom Elend vertragen die Menschen nicht viel. Ein Bild, welches nicht mehr Zeit kostet, als einen Blick, genügte, um sie kurz zu rühren und wieder vergessen zu lassen. Sich lang durch Seiten kämpfen, das eigene Denken bemühen, ist zu viel.
Das verstehe ich. Das verstehe ich sehr gut.
Die Teile des Berichts, wenn ich von dir erzähle, die könnten sie vielleicht interessiert.
Liebesgeschichten waren immer beliebt und werden es immer bleiben. Der eine oder andere würde hoffend mitfühlen, wie ich dich vermisse, wenn er gelesen hätte, wie nah wir uns eine zeitlang waren. Ganz nah, aber doch nicht vereint. Die Missverständnisse, wenn man nicht unter ihnen litt: tragikomisch.
Ist das nicht komisch, wenn ich unterwegs bin, bin ich wie Zuhause und, wenn ich Zuhause bin, komme ich nicht an. Wenn ich unterwegs bin, lerne ich unablässig Menschen kennen, als bestünde die Welt nur aus Seelenverwandten, aber, wenn ich Zuhause bin …

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