#108 Wie es ist …

Wenn man ehrlich ist, gibt es in der Kunst keine Wahl.
Jeder Schriftsteller würde ersticken, wenn er schweigen müsste, wenn er nicht schreiben dürfte.
Das Bedürfnis zu veräußern, was das Innere bewegt, ist nicht zu negieren.

Ob man es öffentlich macht, darüber kann man entscheiden.
Nicht aber über dieses Erleben, welches sich irgendwie Luft machen muss, um sich zu ertragen.

Schweigen vermag man nur, wenn diese innere Stille ist, die andere Glück nennen, die so gewaltig ist, dass man sie nicht erzählen kann.
Jeder andere Moment: Das Lieben, Verfehlen, Kämpfen, Missverstehen, Erkennen, Verlieren, Halten, das Wachsen, das Vergehen, die und alle anderen –
wären nicht zu ertragen, wären da nicht Worte, um sie zu verarbeiten.

08/19 PGF

8 Kommentare zu “#108 Wie es ist …

  1. Nach längerem Nachdenken – also ungefähr seit gestern Abend -, komme ich zu dem Schluss, dass genau das der Grund ist, warum ich nicht schreibe. Zumindest nicht im Sinne eines längeren, zusammenhängenden Textes: Ich habe eben nicht das Gefühl, zu ersticken, wenn ich nicht schreibe. Und wenn das nicht so ist, kann ich es auch gleich ganz lassen. 🙂

    Wobei, das gebe ich zu, ein ähnlich großer Grund mein ausgeprägtes Phlegma und die Scheu vor der unermesslich großen Arbeit ist, die die Entstehung eines solchen Textes mit sich bringt. 😉

    • Euer Ehren!

      Ich bitte, um Überprüfung von Beweisstück A:

      „Hättest du es schaffen können, diesen Kommentar nicht zu schreiben?“

      Danke euer Ehren, keine weiteren Fragen.

      (Stille im Gerichtssaal, alle Augen richten sich auf die Verteidigung …)

      😉

      • (Den Vertretern der Verteidigung treten ganz urplötzlich Schweißperlen auf der Stirn. Hektisch sehen sie sich im Saal um, raffen dann mit fahrigen Bewegungen ihre Unterlagen in ihre Aktentaschen und verlassen nahezu fluchtartig den Saal und lassen den irritierten Angeklagten zurück. Dieser wendet sich in seiner Verzweiflung schließlich selbst an das hohe Gericht.)

        „Einspruch, Euer Ehren! Die, ähm, die Argumentation der Anklage bedient sich semantischer Spitzfindigkeiten!“

        😉

      • (Die Staatsanwaltschaft erliegt dem Charme des Angeklagten, (Salma Hayek in einer ihrer großen Charakterrollen, als Staatsanwältin))

        „Hohes Gericht, ich ziehe alle Anklagepunkte zurück, der Angeklagte verfügt über einen entwaffneten Humor.“ 🙂

      • (Nach erfolgtem Freispruch erhebt sich der Angeklagte erleichtert und denkt darüber nach, entweder den Saal zu verlassen oder aber die Staatsanwältin auf einen Kaffee einzuladen, denn ein Date mit Salma Hayek wollte er immer schon mal … )

        🙂

  2. Teifft dieser Umstand nicht auf jeden Menschen zu? Ich meine, ob der Mensch nun schreibt, musiziert, malt, töpfert oder strickt ist dabei doch eigentlich einerlei. Wobei… Inwiefern würde sich die “schöpferische Kraft” (pathetisch, ich weiß) der Person verändern, wenn sie gezwungenermaßen die Tätigkeit wechseln müsste? Ich meine, sie könnte sich zwar noch ausdrücken nur nicht mehr so wirkungsvoll…? Wäre es dann ein sehr langsames Ersticken? 🤔

    • Liebe wordBUZZz unbedingt. Deshalb „Kunst“ im ersten Satz und dann herunter gebrochen auf die schreibende Kunst. Sonst hätte es den Gedanken überbläht 😉

Indem du einen Kommentar verfasst, stimmst du den im Datenschutz beschriebenen Angaben zu. Ich gehe mit deinen Daten sorgfältig um, sie sind aber, im hier öffentlichen Raum frei zugänglich. Um das Risiko für dich gering zu halten, habe ich die Avatar-Ansicht deaktiviert. Von alldem abgesehen: ich freue mich, wenn du kommentierst :)

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.