#69 Das Manuskript

Man muss sich das aktuelle Skript so vorstellen, wie einen Haufen Puzzleteile.
Die Geschichte habe ich vor ca. zehn Jahren schon einmal geschrieben, wobei nicht mehr herauskam, als ein Haufen rudimentär entwickelter Szenen, mit rudimentär entwickelten Charakteren und Handlungssträngen. Aber immerhin: Eine Geschichte mit Anfang und Ende.
Als ich mich entschied, diese Idee gescheit zu formulieren, besaß ich entsprechend eine unsauber gezeichnete Skizze, die ich in ihre Einzelteile zerlegt habe.
Zurück blieb ein großer, ein sehr großer Haufen Einzelstücke, die ich vor mir ausgebreitet sah.
Wer in meinem Alter ist, kennt noch diesen Moment, wenn man voller Enthusiamus die Schachtel mit dem 1000-Teile Schmidt-Puzzle ausgeschüttet hat und die ersten fünf Teile, ziemlich schnell zu verbinden wusste. Nach drei Tagen stand es, in meinem Fall meist noch 27:973.
Jedenfalls lagen, als ich mit dem Skript anfing, erschütternd viele Teile vor mir. Als ich anfing sie zusammenzusetzen, merkte ich: das gibt ja gar kein Bild mehr! Da passt ja gar nichts mehr zusammen: keine Form, keine Farbe, keine Struktur.
Also tat ich, was ich mich beim Puzzle nie getraut habe: ich fing an die Stücke etwas zu bearbeiten. Dort ein Eckchen ab, damit es sich einfügen lässt, hier ein wenig Farbe drauf, damit es dorthin passt.
Und so langsam, so ganz, ganz, ganz langsam, wird der Haufen mit den losen Teilen kleiner.
Wir/ich sollten an diesem Punkt nicht euphorisch werden, denn wie früher, fallen mir die Randstücke leichter, als das zentrale Bild herauszuarbeiten. Aber der Rahmen wird erkennbar.
Das schafft einen Schub, dass ich erwäge, die Arbeit zu intensivieren, um etwas schneller voranzukommen.
Was dann noch, zu radieren, zu modifizieren und nachzuzeichnen ist, zeigt sich.
Es ist gewissermaßen der Donnerstagnachmittag des Skripts erreicht.
Noch nicht Freitagfrüh und das Wochenende in Schlagdistanz. Und noch gar nicht Freitagabend (on my mind). Ne! Ne! Es will schon noch mal aufgestanden und durchgearbeitet werden. Aber die Montagmorgenverzweiflung, die ist überwunden 🙂

PGF

9 Kommentare zu “#69 Das Manuskript

  1. Dein Beitrag hört sich wie meine Referatsarbeit an^^ Um deine Analogie weiter fort zu führen, ich sitze gerade Himmel und suche den Anfang… Ich glaube statt ihn zu puzzeln, male ich ihn einfach aus 😀

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