#65 Jubel

Was man als Autor nicht hat, ist der Jubel, wie ihn beispielsweise Sportler erleben. Da steht niemand rechts und links der Straße, wie am Ende der Bergetappe und ruft: „Nur noch die Kurve! Nur noch die Kurve! Da ist das Ende!“
Und, wenn man den Punkt, hinter ein erfolgreiches Kapitel setzt, geht keine Laola durchs Stadion, als hätte man eben das 4:0 per Fallrückzieher erzielt.
Und, wenn das Buch im Regal steht, ereifern sich nicht zwei angestachelte Kommentatoren über den famosen Angriff der Kritik, das stabile Mittelfeld der Leser oder die knackige Verteidigung derer, die das Buch unterstützen.
Unser Jubel ist Aufmerksamkeit, wenn bei einer Lesung das Publikum achtsam zuhört oder nach vollendeter Lektüre irgendwo eine stimmige Rezension landet oder, wenn einfach jemand das Buch zuklappt und glücklich ist, es gelesen zu haben.
Die ganz Glücklichen der Zunft ernten dann und wann Applaus, möglicherweise, wenn sie einen Preis entgegennehmen.
Aber bis dahin ist es immer sehr still, um den Erzählenden.
Außen still, aber Innen so voller Eindrücke, so voller Bilder, voller Stimmen und Gefühle, die gehört und verstanden werden wollen, dass lauter Jubel da nur stören würde.
Allein ein aufmunterndes: „Das ist gut gelungen. Ich hoffe Sie machen weiter.“ ist manchmal unbezahlbar …

06/19 PGF

9 Kommentare zu “#65 Jubel

  1. Deshalb finde ich Rückmeldung und Kommentare so wichtig. Ich für mich habe das Problem, gefühlt in der eigenen Bubble zu sitzen. Entweder es kommt nur Lob oder eben gar keine Rückmeldung. Beides ist eher semi-profuktiv, wenn ich mich verbessern möchte oder eine ernsthafte Rückmledung zur Story haben will.

  2. … jeder sitzt oder läuft doch in seiner eigenen „Blase“… es handelt sich doch um Gedankenstränge, zukünftlich und oft rückbesinnlich… also wer nicht laufen kann dem nützt keine Tröte…

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