#49 Lösungen

So ein Skript steckt ja voller Probleme: Figuren entwickeln sich nicht, Erzählfäden verheddern sich, die Kulisse bleibt blass, der Stil ist plump und langweilig.
In der Variante 1 gibt man irgendwann auf, mit dem Gedanken: ich kann es nicht. In der Variante 2 merkt man es nicht und erntet die Häme. In der Variante 3 macht man weiter und gesteht sich am Ende ein, dass es nicht gelungen ist.
Das sind nicht alle Varianten.
Bei der Variante 4 nimmt man sich der Probleme an und versucht sie zu beseitigen. Jetzt wird es spannend.
Dabei kann man so sorgfältig vorgehen, dass man gar nicht mehr vorankommt, weil man die Figur (oder das andere) nicht weiterentwickelt ehe sie perfekt ist. Oder aber man wählt die nächstbeste Lösung, um nicht zu stagnieren und stellt Wochen später fest: das war zwar eine Lösung, aber keine gute.
Zu dieser Variante tendiere ich.
Aus gutem Grund: Wenn man sich nicht davon entmutigen lässt, dass die erste Lösung provisorisch war, sondern die weiterentwickelt, erhält man sich das positive Gefühl des Vorankommens. Allerdings – und das ist entscheidend – man muss schon während man die Lösung vornimmt, sich bewusst machen: Das ist vorläufig. Denn man liest sich später, wie einen fremden Autor und ärgert sich über den Murks, den man fabriziert hat.
Ob dies dem Leser reicht, ist damit nicht gesichert, aber sich selbst versichert man, es solange besser gemacht zu haben, solange die Kraft dazu da war.

05/19 PGF

2 Kommentare zu “#49 Lösungen

  1. Variante 4 klingt irgendwie sehr nach dem realen Leben. Man irrt und wankt so durch die Gegend/ die Zeit, trifft hin und wieder Entscheidungen, die im nach hinein doch nicht so optimal waren wie man sie gerne gehabt hätte. Egal, aufstehen und dann beim nächsten Mal besser machen…. Wünschte allerdings, dass ich ein wenig mehr fantastische Aspekte in meinem Leben haben könnte.

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