#47 Zwischen den Zeilen

Was zum Wort wird, ist ja nur Oberfläche.
Man muss sich, hinter den Worten, unsagbares Glück oder Traurigkeit oder Hoffnung denken, die schwingend und schattierend in Worten Halt suchen, ohne sich darin abzubilden.
Was Wort wird, ist zu Ende gelitten, zu Ende genossen.
Wenn es fragil ist, wie ein Vers oder eine Sentenz, dann mag es noch oszillieren zwischen Wort und Seele, aber ist es erst breit und episch, liegt eine umfangreiche Schicht Erkenntnis und Verstand, zwischen Abgrund oder Glück und der Formulierung.
Nicht, dass damit alles geklärt ist.
Es ist nicht das letzte Glück und nicht der letzte Abgrund.
Deshalb sind wir so dankbar für jeden Leser.
Wenn uns jemand liest und vervollständigt, wohin die Worte nicht reichten, überbrückt er die letzte Distanz zwischen Ich und Ich, als würden zwei Seelen zu einem Bewusstsein werden.

PGF 05/19

3 Kommentare zu “#47 Zwischen den Zeilen

Indem du einen Kommentar verfasst, stimmst du den im Datenschutz beschriebenen Angaben zu. Ich gehe mit deinen Daten sorgfältig um, sie sind aber, im hier öffentlichen Raum frei zugänglich. Um das Risiko für dich gering zu halten, habe ich die Avatar-Ansicht deaktiviert. Von alldem abgesehen: ich freue mich, wenn du kommentierst :)

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.