#38 Glückwunsch zum Jahrestag

Nehmt euch Häppchen! Der Blog feiert heute sein Sechsjähriges und sieht dabei etwas betröppelt aus, nach den letzten Monaten der Schrumpfung.

DANKE! Sage ich trotzdem gern. Letztlich hat mich Literaturfrey aus dem Kämmerchen geholt und mich zu einem öffentlichen Autor gemacht, wie immer man das auch werten will. Ich erinnere mich gut, wie ich vor sechs Jahren mutiger und mutiger wurde, mit jedem Like und jedem Kommentar, den Blick über die Schulter zu zulassen. Das hätte auch anders gehen können, denn die fünfzehn Jahre davor, war ich ganz glücklich mit dem Schreiben. Hätten am Anfang Spott und Häme gestanden, wäre „Sind Sie sicher, dass Sie diese Seite löschen möchten?“ sehr schnell von mir bejaht worden.

Rückblickend wundere ich mich manchmal, wie offenherzig ich Texte und Stimmungen präsentiert habe. Das ist gar nicht meine Art. Nicht selten hatte ich zu erinnern, dass die Texte biografische Tendenzen haben, aber keine Selbstveräußerung in Echtzeit darstellen. Ein schmaler Grat. „Verwechselt mich nicht! Ich bin nicht der und der!“ schrieb Nietzsche vor vielen Jahrzehnten und ich ahne, was er meinte.

In den letzten Monaten ging die Offenherzigkeit, aber auch meine Kreativität deutlich zurück. Das hat zum einen mit meinem Beruf zu tun, der arbeitsintensiv ist, mich oft ausfüllt und über den ich hier nicht offenherzig philosophieren kann. Nicht, weil er schlimm ist, sondern, weil es meinem Verantwortungsgefühl entspricht weder vom Positiven noch vom Negativen zu erzählen, wenn Rückschlüsse möglich wären.
Und die Kreativität? Die richtet sich auf das neue Skript, an welchem ich, nach knapp einem Monat Pause, ab Mai weiterarbeiten werde.
Die Pause war gut, um mir über einige Aspekte der Geschichte, aber auch über die Veröffentlichung klar zu werden. Das ist ganz spannend, wie ich finde, dass die Geschichte sich in einem weiterspinnt, selbst, wenn man gar nichts dafür tut, zumindest nicht bewusst.
Klar geworden ist mir, dass es ein Mehrteiler werden muss, selbst, wenn ich das gesamte Buch fertig gestellt habe. Das Risiko ist finanziell zu groß und, ich glaube, der Umfang könnte, in einem Band zu erdrückend wirken, wie ein überladener Teller, der einem den Appetit nimmt.
Wenn ich zum Inhalt etwas verschwiegen bin, hat das neben der Tendenz, nichts verraten zu wollen, auch mit dem Aberglaube zu tun, nicht über Dinge reden zu wollen, die dafür noch nicht reif sind.

Somit bedanke ich mich für das Interesse, hoffe ihr bleibt mir gewogen, auch, wenn dieses Manuskript mich ganz vereinnahmt, aber es soll ja gut werden … und manchmal denke ich, dass könnte es sogar … sehr sogar … in den guten Stunden …

Startet gut in die Woche! 🙂

PGF

16 Kommentare zu “#38 Glückwunsch zum Jahrestag

  1. Glückwunsch! Sechs Jahre ist ein stolzes Alter, dein Blog könnte dieses Jahr eingeschult werden 😉 Meine Texte dienen meist dazu, dass ich irgendetwas verarbeiten muss/kann. Quasi Schreiben als Selbstheraphie, du bist/ warst also nicht allein

    • Selbsttherapie bleibt es – aber diese Texte bleiben besser unter Verschluss … H. Hesse schrieb mal man solle das Sinnbild schaffen, nicht das Abbild. Im Sinn dieser „Verdichtung“ kann die Therapie zum (Kunst-)Werk werden …

  2. „Verwechselt mich nicht! Ich bin nicht der und der!“ – diesen Satz könnte ich unter viele meiner Texte setzen, das würde so manchen Kommentar überflüssig machen bzw. ein anderes Gesicht geben.
    Ich gratuliere die zu den sechs Jahren. Und klar, ich bleibe dir gewogen!!!
    Liebe Grüße und einen guten Schreibfluss wünsche ich dir,
    Ulli

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