#23 Monday without future

Es ist nicht das „Schuleschwänzen“, das die konservativen Politiker stresst. Es ist die Haltung, das Aufbegehren. Liberale Politiker sollten sich schämen, darin ein Problem zu sehen, denn was sonst ist liberal, als die Freiheit der eigenen Meinung.

Was die Politiker stört ist das Murren in der Schafsherde, das schien ausgetrieben. Es ist die Angst vor einer Generation die sich nicht mehr der Produktionskette unterwirft und der stille Zorn auf eine Elterngeneration, die das zulässt. Eine Generation von Eltern die offenkundig funktioniert und konsumiert, wie vorgesehen, ohne es zu vererben … Im Gegenteil, sie schützt ihre Kinder vor dem Mantra „Arbeit kommt vor allem, Dienstpflicht kommt vor allem“.

Die Schülerbewegung die jeden Freitag, in wachsender Zahl für die Umwelt protestiert ist unangenehm. Man kann sie nicht diffamieren oder knüppeln, wie Studenten und nicht einschüchtern, wie Stuttgart-21-Gegner oder Wutbürger. Bei Schülern geht das nicht, sie genießen Welpenschutz.

Und noch schlimmer: Sie haben in der Sache recht, auch, wenn man ihnen vorwerfen kann, dass sie ohne Smartphone, Tablet und Laptop, rasch in digitale Atemnot geraten. Nur sie sind ja noch nicht so weit! Was droht der Politik, wenn diese Generation nicht nur konsequent und verantwortlich denkt, sondern auch zu handeln beginnt?

In zwanzig Jahren blicken wir vielleicht zurück und sehen das „Fridays for Future“, die Götterdämmerung einer verfehlten Politik war. Und, dass die Generation, die jeden Montag aufgestanden ist und auf dem Weg zur Arbeit, das Gefühl hatte ihr Leben wegzuwerfen, zumindest dies an ihren Kindern gut gemacht hat.

03/19 PGF

15 Kommentare zu “#23 Monday without future

  1. feines statement, schön, dass du darüber schreibst, lieber pe – ich finde es großartig, dass die jugend aufbegehrt, sich bewegt… hieß es doch immer, sie sei so unpolitisch und uninteressiert… von wegen! was auch immer daraus wird…
    ganz liebe grüße zu dir!
    d.

  2. Leudde entspannt euch … Medienwirklichkeit ist Showbusiness. Die Kids, die da den Regentanz machen, fühlen sich großartig dabei *lächel* und die Empörung der … ist die komplementär Spiegelung der Empörung der Kids, das gehört alles mit zur Show **

  3. Schon mal daran gedacht ihr immer nur rumlabernden Gewerkschaftsbonzen, euch mit den Schülern zu solidarisieren … buchstabiere dieses einst so wichtige Wort gern vor, falls ihr es vollkommen vergessen habt! Könntet einen DGB for Future etablieren, dann aber am von euch erkämpften arbeitsfreien Samstag, soviel politische Fairneß sollte man den Schülern gönnen. Laßt sie wenigstens ihr Ding versuchen, im Mai 1968 haben wir eurer systemtreuen Hilfe zur verwässerung einer gesellschaftlich notwendigen Rebellion auch skeptisch gesehen. Euch ging es damals nur um höhere Löhne, wie immer in Prozentforderungen für die Gutverdienenden.
    Heute aber geht es um die Wurst, es geht um die Bewohnbarkeit dieser Welt, um die Zukunft der jungen Generation, bald sicher auch um die Verantwortlichen … upps, wird es dann sogar richtig politisch?
    Diskutiert das vielleicht einmal in den Vorstandsetagen mit euren Duzfreunden, den Konzern- und Syndikatchefs – Mitbestimmung habt ihr ja angeblich.

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