#19 Objekt

Manchmal betastet man den Tod, wie ein fremdes Objekt, von dem man nicht weiß, ob es gefährlich oder kostbar ist.
Man untersucht ihn, mit Distanz und Vorsicht, um sich nicht zu verletzen oder ungewollt daran zu vergiften.
Man hält sich bewusst, dass er kein Rätsel ist, welches man mit einem Griff entschlüsselt.
Man versteht ihn, wie die Atome, aus denen die Welt besteht, die man nicht fassen kann.
Es wird dauern, bis er kommt.
Das ist schön.
Und es ist schwer, weil man ihn weglegen kann und vergessen, aber immer und immer wieder aufnehmen muss, um ihn erneut zu betasten und vorsichtig zu ergründen.
Lösen wird man ihn nicht und nicht beseitigen.
Man wird mit ihm vertraut, wie man mit der Welt vertraut wurde: suchend und stürmend, durch Ängste, Enttäuschungen und Verluste hindurch.
Die Welt ist kein Ort ohne Angst.
Im Gegenteil: sie ist voller Ängste, Anlass aller Ängste, die wir, nur vertrauend überwinden.
Vertrauend, dass die Dunkelheit uns erschreckt aber nicht schadet, Menschen uns fremd sind, aber unser Herz erfassen können.
Mit diesen Fragen und Erkenntnissen betrachten wir ihn.
Dann legen wir ihn wieder beiseite.
Ermuntert, uns dem Leben zu zuwenden: den Farben, dem Licht, der Vielfalt an Formen und Sinneserfahrungen, neben diesem Dunkel.

03/19 PGF

4 Kommentare zu “#19 Objekt

  1. Wir denken nur an den Tod, wenn er zum greifen nah ist, deshalb macht er uns so viel Angst, weil er unberechenbar und plötzlich da ist. Ich selbst habe schon mehr als einmal dem Tod guten Tag gesagt und muss gestehen, dass er mich bei mir nicht mehr erschreckt oder mich in Angst versetzt. Wenn es aber um Menschen geht, die ich sehr mag, dann mache ich mir fast vor Angst in die Hose um dann darauf zu vertrauen, dass alles einen Sinn macht und man das Positive auch an den beängstigenden Situationen suchen und sehen sollte.

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