Beim Fenster

Wie befreit, wie erlöst, stürzen die Tropfen vom Himmel und ich lausche ihnen und sehe Tropfen an der Scheibe zerplatzen, sich in Pfützen sammeln, den Boden dunkel färben.
Wie viele Tage habe ich das nicht mehr gesehen? Oder Monate …
Für nichts war Zeit – für keine Besinnung war Zeit. Immer handeln, suchen, lieben, zweifeln, entscheiden. In der Welt sein, aber ohne Bindung an sie.
Hier am Fenster entsteht Verbindung. Verbindung mit dem Ganzen. Sehe ich nicht mehr nur meine Füße, wie sie eilen und stolpern oder springen.
Ich sehe den Himmel und die Wolken, die über die Welt ziehen, schweigsam und geheimnisvoll, wie zu allen Zeiten. Sehe wie der Regen fällt, wie er niedergeht auf all das was durch ihn geworden ist und durch ihn fortbesteht.
Ich halte meine Hände an einer Tasse warm und mein Herz mit Gedanken an dich.
Wohin eilen und rennen wir? Unseren Spielen nach, wie Kinder, ich weiß. Aber ohne Unschuld.
Eine Weile werde ich noch nach dem Regen sehen.
Ob er aufhört, ehe ich das Sein verliere?

PGF 12/18

14 Kommentare zu “Beim Fenster

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