Tröstlicher Zauber

Du hast mir zugehört, aber mich nicht ernstgenommen.
Wir waren noch sehr jung, das mag es erklären.
Es war ein wunderschöner Abend, mit klarem Sternenhimmel und ich habe versucht, dir von Hawking zu erzählen und von der Expansion des Universums und der Rot-Grün-Verschiebung und vom Zauber der uns ständig umgibt, von dieser unfassbaren Unwirklichkeit die alles, wie zu einem Traum macht … und du hast mir zugehört lächelnd, liebevoll, aber du hast mich nicht ernstgenommen, weil für unser Leben, das alles „keine Bedeutung“ hat, meintest du, keine Bedeutung für unser Glück und keine für unser Elend.
Weil ich ohnehin schon stammelte, wusste ich nichts zu erwidern, denn meine Zuneigung, die ich dir nicht erklären konnte, der half tatsächlich nichts von dem, was die Sterne da draußen trieben. Allenfalls, dass ein Zauber hinter allem war, ein tröstlicher Zauber, war schön zu wissen.
Du hast mich liebevoll nicht ernstgenommen und vermutlich tat es deshalb nicht weh. Immerhin fühlte ich etwas Wärme, während du mich nicht verstanden hast. Denn meist ist es kühl, wenn man laut träumt und die Welt von Träumen nichts wissen will.
Ich erinnere mich, dass ich irgendwann an diesem Abend, deinem Lächeln nachgegeben habe. Ich wechselte das Thema und suchte etwas Leichtes. Ich ließ die Sterne Sterne sein und brachte dich mit etwas anderem zum Lachen.
Weißt du, das ist das Schöne beim Schreiben: Man spürt nicht, wenn man die Aufmerksamkeit verliert, man erfährt nicht, wann der Leser das Buch beiseitelegt. Man erzählt seine Geschichten und wer von den Sternen nichts hören will, der hört nichts davon.
Aber vielleicht versäumt er etwas …

11/18 PGF

7 Kommentare zu “Tröstlicher Zauber

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