Recherche

Anfangs war ich kein Freund der Recherche.
Nicht zu Unrecht, ahnte ich, wie ungünstig sich die Ergebnisse, auf die Fantasie auswirken können (Stichwort: Info-Dump). Insgesamt neige ich dazu, lieber zu „machen“, als geduldig vorzubereiten. Was ich nicht als Stärke ansehe. Recherche gehört letztlich zum Schreiben dazu.

Vermutlich ist es nicht unerheblich was man schreibt.
Während ich bei „Sontland“ ein fiktives Land im Sinn hatte und die Figuren und Orte durch reale Bezüge nur eingeengt worden wären. Lag mir bei der Aurumer-Reihe daran etwas Fiktives (Außerirdische) in einen so realen Rahmen einzubauen, dass man beim Lesen unentwegt denken musste: „Stimmt, das gibt es ja wirklich, aber dann könnte es ja jenes auch geben.“
Wer „Projekt Epilog“ gelesen hat, mag mit etwas Schmunzeln, die aktuellen Eskapaden von Elon Musk verfolgen. Wäre ich Bestseller-Autor, wäre das vermutlich das perfekte Marketing-Element, wie die Realität die Geschichte einholt.
Ohne Recherche über den echten Elon Musk, hätte mein erfundener Leroy Rusk vermutlich seine Dynamik nicht entwickeln können.
Wichtig ist, dass die Recherche nicht im Plagiat endet, sondern in ein paralleles Universum mündet, dass es vorher nicht gab.

Aktuell befinde ich mich, in einem Misch-Stadium, zwischen Recherche und Manuskript. Da ich, bei dem aktuellen Text, mit einer Vorlage arbeite, die als fortgeschrittener Plot angesehen werden kann, dem bereits umfangreiche Recherche zu Grunde liegt. Der Plot aber noch so viel Speck auf den Rippen benötigt, dass es ohne weiteres Nachlesen nicht geht.

Amüsant ist dabei – aber auch erschreckend – zu merken, wie sehr das Internet speziell Google uns durchleuchtet. Selbst, wenn man, wie ich, alle Datenverfolgung so weit wie möglich zurückschraubt.
Da ich nach Themen suche, die sich aus der Geschichte ergeben und mich nur in diesem Sinn interessieren, beobachte ich gespannt, wie mir Dank Cookies, seit Tagen, zu Themen Vorschläge gemacht werden, die ohne Bezug zum Text, eher störend auf mich wirken.
Solange man das Internet nur dem eigenen Gedankenstrom folgend benutzt, spürt man selten, wie sehr die dargebotene Information eine genaue Entsprechung zu dem ist, was man ohnehin denkt. Es handelt sich um Wirklichkeits-Konstruktion par excellence.
Die auf Recherche beruhende Werbung oder Seiten-Empfehlung, die mir eingeblendet wird, lässt das Netz fremder und unpersönlicher wirken. Genau genommen sollte es so auch sein!

Falls jemand Zeit und Ideen hat, daraus eine Geschichte zu machen, ich fände es spannend, bin aber aktuell zu beschäftigt 😉
Startet gut in die Woche!

PGF 10/18

6 Kommentare zu “Recherche

    • Aber um nch mal mehr auf den Text einzugehen. Ich denke es kommt sehr auf das Genre an, in dem Man schreibt. Fantasy kann man schließlich immer gerne so hinbiegen wie man es möchte. Ken Follet Romane werden dagegen schon schwieriger… Vielleicht existieren aufgrund des Info Dumbs deshalb so viele Trilogien. Ein Autor erschafft seine eigene Welt und ist das System im ersten Band erst eimal etabliert will man es natürlich auch weiter auskosten.
      Ich habe momentan das Phänomen, dass mit mein Google ständig polnische und französische Werbung einblendet.

  1. Ein hiesiger Journalist hat vor einiger Zeit in einer Glosse geschrieben, dass er zwischendurch immer mal wieder Suchbegriffe bei Google eingibt, die ihn nicht im Geringsten interessieren – nur, um aus lauter Spaß an der Freude den Algorithmus durcheinander zu bringen. Google hält ihn deswegen momentan nicht für einen niedersächsischen Journalisten, sondern für einen Tischler aus Wuppertal, der die Schwebebahn, Backrezepte und Rennräder liebt. 😉

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