Frustration

Ich bin durch, mit der Nach-Korrektur von „Projekt Epilog“. Das Ergebnis? Frustrierend!
Etwa 70% der Post-Its im Bild betreffen Fehler die übersehen wurden, zum Teil sind beim Umschreiben neue entstanden. 30% sind Stilfragen die meine eigene Arbeit betreffen und die sich, beim erzwungenen Überarbeiten, gestellt haben.
Bei Kosten, eines vierstelligen Betrages, wäre etwas ganz anderes zu erwarten gewesen, von der Zeit und Kraft einmal abgesehen, die ich nicht habe, um einen eigentlich korrigierten Text überprüfen zu müssen.
Wir erwähnt, es handelt sich dabei nicht, um die Feinheiten der Textkorrektur, sondern um offenkundige Fehler.

In den nächsten Tagen werde ich die Fehler in der Print- und Ebook-Version korrigieren. Die senkrechten Post-its sind schon umgesetzt, zu den waagrechten komme ich erst. Ich hatte, an diesem Punkt der Ereignisse, schlicht und ergreifend nicht mehr die Kraft alles direkt umzusetzen. Das ist, eine Konzession an meinen Erwerbsberuf, der meine volle Aufmerksamkeit und Kraft fordert.

Zu lernen habe ich einiges. Zum einen, dass ich noch sorgfältiger das Schreiben und meine Arbeit aufeinander abstimmen muss. Auch mit Lücken/Pausen, die notwendig sind, um solche „Zwischenfälle“ besser auffangen zu können. Und: es hat sich belegt, was ich schon seit einiger Zeit beobachte: der kritische Blick auf Selbstverleger ist ausgeprägt. Dafür, dass wir eine Chance bekommen, wird jeder Fehler haarscharf kontrolliert und kommentiert, wobei die Veröffentlichung nicht im Schutz eines großen Namens und eines stabilen Marketings stattfindet. Das ist okay. Man muss sich nur dessen bewusst sein. Wohlwollen und Nachsicht bilden eher die Ausnahmen. Und zuletzt: Man muss, wie ein Profi überprüfen, mit wem man zusammenarbeitet. Schlichtes, naives Vertrauen sind nicht angebracht. Verhandlungen und Verträge sind, wie im Berufsleben zu bewerten und im Ergebnis einzufordern. Vertrauen ohne Kontrolle, ist fahrlässig naiv.

Schön war, dass mir „Projekt Epilog“ gefallen hat, trotz der Fehler. Dass ich nicht Scham oder Ungenügen empfunden habe, sondern dieses manchmal auflodernde Vergnügen „Ja, wie habe ich mir denn das ausgedacht?“ 🙂
Somit kann ich meinen Frieden, mit der Aurumer-Reihe schließen, wenn die nachkorrigierten Versionen hochgeladen und abgeschlossen sind.

PGF

16 Kommentare zu “Frustration

  1. … check, check double check… mein Lebensmotto… und nicht weil ich paronoid bin… lediglich Legasthenikerin… *seufz*… damit wollte ich sagen… bin gerade empathisch mit deinen Frustrationsgefühlen… und keine Sorge, es wird kein Video geben in denen ich diese Tanze… d(-_^)

  2. Ich denke, dass Wichtigste ist, aus seinen Fehlern zu lernen und dadurch besser zu werden.
    Dafür drücke ich dir meine Daumen und wünsche dir viel Erfolg dabei.
    Viele Grüße
    Dieter

      • Es schleichen sich immer wieder Fehlerchen ein, jeder, der veröffentlicht, hat diese schmerzliche Erfahrung sicher schon gemacht.

      • In diesem Fall trifft das leider nicht, denn ein gut bezahltes Korrektorat hat nicht ein paar Fehler gemacht, sondern viele übersehen. Ich hadere in diesem Fall nicht mit mir, sondern mit einem Dienstleister der seinen Job schlecht erfüllt hat …

  3. Lehrreiche Erfahrungen! Ich kann deinen Frust verstehen, freue mich aber über den positiven Elan und Deine Freude, wenn Du über dein gelungenes Werk schreibst. Gutes Gelingen.
    Liebe Grüße. Priska

  4. Um ehrlich zu sein sind mir die 70% Fehler nicht aufgefallen 😉
    Es gibt da eine Weisheit die besagt: Ärgere dich nicht über Dinge, die du ändern kannst denn du kannst sie ändern. Ärgere dich ebenso wenig über Dinge, die du nicht ändern kannst, denn du kannst sie nicht ändern.
    Es ist immer leicht gesagt, aber ich musste die letzten Tage feststellen, dass dort schon viel Wahrheit drinsteckt. Siehe es positiv, deine Testleser besitzen nun eine Sonderausgabe die relativ limitiert ist. Wer weiß, vielleicht ist sie eines Tages viel wert 😉

    • Die Weisheit habe ich mir ausgedruckt und unters Kopfkissen gelegt 😉

      Natürlich habe ich jetzt auch akribisch nach Fehlern gesucht, trotzdem lebe ich noch in Schockstarre, so viele gefunden zu haben. Von Seiten des Korrektorats gab es gar kein Einsehen. „TippTopp-Arbeit“.
      Läuft es dann als „ruinierte Sonderausgabe“? 🙂

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