Handgemenge

Warum man einen Verlag haben sollte?
Weil ein Buch mehr ist, als einen Text zu Papier bringen …

Am Wochenende habe ich mich entschieden (nachdem die Dateien für das Ebook erfolgreich hochgeladen waren), auch den Print einzureichen.
In meiner Welt: Ist ja nicht mehr viel zu tun: Feintuning am Buchblock, nachbessern vom Covertext und gut isses.
Dachte ich.

Das mit dem Buchblock, ging noch ziemlich leicht von der Hand. Bis auf das übliche Spektakel: verschiebe ich das eine, muss ich das andere wieder nachjustieren. Aber, hier habe ich gelernt, mich strikt an die Reihenfolge zu halten:
Erst die Schrift, dann die Schriftgröße, dann die Überschriften, dann die Abstände und erst dann, wirklich erst dann, die Umbrüche.

Jetzt wollte ich das fertige Cover, ruckzuck einszwodrei in ein PDF umwandeln hochladen und fertig ist.

Beim Konvertieren wurde ich schon argwöhnisch, denn mich umfingen kryptische Warnmeldungen. Aber gut, am Schluss war da ein fertiges PDF wird schon gehen.
Auf einen anderen Computer übertragen … Upload … Wie sieht das denn aus?
Amazon begeistert mich mit vielfältigen Fehlerhinweisen.

Okay, kein Problem, also nehme ich die PDF-Vorlage von Amazon und füge einfach, meine bisherigen Bild- und Textdateien ein.

Gute Idee, wenn denn die Auflösung stimmen würde.
Also: die Bildvorlagen umwandeln, bei den Textblöcken gleich aufgeben und dann wird das schon.

Mit den Bildvorlagen geht das schnell, aber mit der Schrift … wo ist denn plötzlich das W und das ?
Minutenlanges Grübeln.

Ach so: Nazalisation mag kein Shift! Also kleines W und statt dem ? in Nazalisation ein Serif-freie Alternativ-Schrift. Passt.
Jetzt aber.

Amazon ist schon etwas glücklicher mit mir. Aber die Datei akzeptieren? Auf keinen Fall! Die Vorlagengröße stimmt nicht.
Aber das ist doch die Vorlage von Amazon!
Leise Verzweiflung.

Etwa zwei Stunden später und mittlerweile laute Verzweiflung: Mein Programm und Amazon verstehen sich nicht, die Vorlage von Amazon wird bei mir anders dargestellt. Gut dann ziehe ich halt alles etwas über die Beschnittkante, wird schon gehen.
Nö! Fehlermeldung bleibt.

Mittlerweile sind mir Zahlen aufgefallen, Zahlen mit vier Stellen hinterm Komma, aber ohne direkt erkennbare Angabe der Maßeinheit.
Weil ich jetzt gewinnen will, tippe ich todesmutig darauf, dass es sich bei diesen Zahlen, um Angaben in Inch handeln muss, mein Programm arbeitet aber mit cm.
Kurz googeln, einen Umrechner finden. Die Vorlage anpassen und –

Schrift nicht vorhanden!
Das Programm an meinem 2. PC an dem ich mittlerweile die Datei bearbeite, verfügt nicht über Nazalisation.
Macht ja nix, kann man ja installieren.

Wird nicht erkannt.
Anderer Download.
Wird nicht erkannt.
Verzweiflung.

Neue Anlauf und jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Die Schrift wird akzeptiert.
Und – ich habe Tränen in den Augen – Amazon akzeptiert meine Covervorlage.
Aber –

was ist denn mit den Seitenzahlen geschehen?

Hektisches Stöbern in der Minatur-Ansicht: HE! Die haben das Layout verändert und Leerseiten eingebaut.
Fatalismus macht sich breit.

Wie in Trance beginne ich den Textblock nochmals zu layouten.
Jegliches Zeitgefühl kommt mir abhanden.

In jedem Fall sind insgesamt acht Stunden vergangen, als ich ein letztes Mal Cover und Buchblock hochlade.
Und dann gratuliert mir Amazon.
Wir fallen uns um den digitalen Hals, klopfen uns auf die Schulter, sind wieder Freunde.
Und ich denke mir: Ach so ein echter Verlag, der dir all das abnimmt, wäre schon cool.

Die Moral von der Geschicht?
Gib niemals auf 😉

06/18

16 Kommentare zu “Handgemenge

  1. Das ist beinahe so abschreckend, dass man das schreiben am liebsten bleiben lassen würde, wenn man das nur könnte 😅😉

  2. Wie war das noch? Man löscht einen Punkt, die Folgen: Die Schriftgröße verändert sich, die Schriftart ebenso, anschließend das Layout, der Computer stürzt ab, in China fällt ein Sack Reis um und man hat ungefragt plötzlich einen Tisch morgen Abend beim Luxusitaliener um 20Uhr 😀

    Mein Horror war ja immer von Macintosh Powerpoint zu Microsoft Powerpoint. Schlaflose Nächte…. -.-

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