Digitale Tümpel

Der Nachteil sozialer Medien ist, dass es immer mehr gibt, was man nicht denken darf. Was nicht gedacht werden soll … Wer es denkt und sagt riskiert einen gewaltigen Shitstorm und, wie bei Fäkalien üblich, ist es unerheblich, woraus sie sich zusammensetzen: der Gestank bleibt.

Aber, in einer freien Welt, muss möglich sein, alles zu denken und auch zu äußern! Man muss ja nicht alles tun, was man sagt. Man muss ja nicht verharren, vielleicht finden sich in der Diskussion bessere Argumente, die einen überzeugen umzudenken …

Denkverbote verhängen Diktaturen. In wie vielen Köpfen noch kleine Diktatoren herrschen, findet man schnell heraus, wenn man eine nachdenkliche Wanderung durch die flachen Tümpel des Denkens, in den sozialen Medien unternimmt:
viele Kröten die laut Quaken,
vieles was beißt und gerne sticht,
aber wenig das lange und geduldig lauscht
und auf der Suche nach Wahrheit,
auch den Schlamm betrachtet.

Wenn man in der Mitte sitzt, findet man diese Tümpel rechts und links und es geht dort schon lange nicht mehr um Wahrheit und gar nicht um Verständigung.

Aber eine freie Zivilgesellschaft sollte in der Diskussion den Anstand nicht verlieren. Sie gewinnt nicht, wenn sie diffamiert, wenn sie die Blöße der eigenen Argumente dadurch zeigt, dass sie absichtlich missversteht, um nicht argumentieren zu müssen.

Bei der Wahrheit zählt nicht Lautstärke und nicht Masse, nicht einmal der Sieg zählt.
Wahrheit ist dort wo Entwicklung ist und die Sehnsucht nach Vollendung.

06/18 PGF

8 Kommentare zu “Digitale Tümpel

  1. Es scheint wenige schreiten voran, während es Massen sind, die nach rückwärts
    gedrängelt werden und durch gewisse Ideologien gefüttert vor sich hin träumen, anstatt wach zu werden und mutig ihre Bahn zu ziehen … wir lassen uns nicht von unserem wahren Willen abirren oder gar herunterzerren von solchen, die uns daran hindern wollen. Dies tun sie aus Furcht und Hoffnung, sie wissen wahrlich nicht, was sie tun!

  2. Du machst mir ein wenig Angst…und das Gefühl, ich hätte (mal wieder) eine Diskussion verpasst..ich vermute, es ist eine der ewig-immergleichen, traurig.. lenken wir uns ab mit guten Büchern 😉

    • Nachtrag: ach, die Diskussion. ich hau dann mal wieder ab zu dem Buch..manchmal ist es sinnlos, etwas zu sagen, oder, wenn man es mit festgefahrenen Menschen zu tun hat, gilt es, sich etwas anderes zu überlegen.

  3. Ich denke auch, genau das ist das gefährliche… Wenn die Zensur im eigenen Kopf anfängt, aus der Angst, Aussagen könnten falsch verstanden und beshitstormt werden. Klar sollten wir uns über die Macht der Worte und deren Wirkung bewusst sein und nichts leichtfertig dahin sagen. Doch es ist nicht die Lösung, lieber den Mund zu halten…
    Liebe Grüße

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