Lernen

Lernen, in seinem Ursprung, hat nichts gemein mit „Informationsgewinnung zum Broterwerb“.
Dieses Lernen wurde erfunden, um Menschen zu funktionierenden Einheiten eines Staatswesens zu bilden.

Lernen, als Sehnsucht nach Erkenntnis, reicht mit seinen Wurzeln weit tiefer in die Erde.
Dies Lernen ist aus Not geboren, aus einem ungestillten Bedürfnis zu verstehen, die Welt lieben zu können, ihre Geheimnisse zu entschüsseln, den Glauben an einen Sinn zu bewahren.

Mit diesem Drang startet der Mensch ins Leben.
Und verzweifelt über dem Belanglosen, das ihn beschäftigen soll.
Am Ende genügt ihm, wenn er unterhalten ist.
Wissen wollen, hat er verlernt.

Aber ohne Wissen hat nichts Bedeutung.
Alle Dinge sind da, zum Gebrauch, aber ohne Sinn.
Leer und lustlos und sinnentleert vegetiert der Mensch, ohne Lust an Wissen und Erkenntnis, zwischen Geburt und Tod.
Innerlich verzweifelt über die Öde seiner Gedanken.

Tief im Herzen jedes Menschen lebt die Sehnsucht nach Erkenntnis.
Sie ist der Quell, seiner Verzweiflung oder seiner Vollendung.

05/18 PGF

2 Kommentare zu “Lernen

  1. Ich finde solche Fragen nach Wissen, Belanglosem oder nach der Erkenntnis immer sehr schwierig. Ich meine wir haben schon Schwierigkeiten gemeinsame Werte und Normen zu finden. Wie soll ich mir denn da bitte eine eingemeingültige Erkenntnis vorstellen?

    Wenn jeder Mensch seine eigene Erkenntnis hat, haben darf und braucht, dann strebt doch auch jeder Mensch nach seinem eigenen Ziel… Kann man als Gesellschaft so überhaupt funktionieren? Ich meine scheinbar tuen wir es, aber es bröckelt. Es bröckelt seit der Französischen Revolution und ich bin mir nicht mehr sicher ob wir wirklich als Zivilisation so gut funktionieren… Vor allem in den Zeiten der Flüchtlinge dürfte Deutschland bzw. der Westen als Sozialisation unglaublich interessant werden.

    • Ich glaube, da bin ich zu sehr von asiatischen Philosophien geprägt, bei denen das Streben nach Selbsterkenntnis letztendlich zur Welt- oder allgemeingültigen Erkenntnis führt.
      Unser (übertriebener) Individualismus ist in dieser Welt sehr fremd und immerzu hinderlich auf dem Weg zur Erkenntnis.
      Da es aber ein Weg ist, der auf Erfahrung und Reflektion beruht, entzieht er sich Worten.
      Der Taoismus und der Buddhismus sind voller Antworten auf diese Fragestellung.

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