Der Mann mit dem Bart

Manchmal fällt einige Tage alles ab.
Das Außen, die Ordnung, die Meinungen: das täglich geregelte Leben, löst sich auf, in eine Reihe ungezielter Stunden, freier Handlungen, verträumter Betrachtungen.
Die Tage verlieren ihren Rahmen.
6.00, 12.00, 17.00 hören auf fixe Punkte zu sein, sondern fügen sich stufenlos, in die Spanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Arbeit ist nicht mehr Arbeit, sondern alles ist Leben. Es gibt keine Trennung mehr.
Es beginnt eine gesunde Verwahrlosung: ein Ruhen und Tun, ein sich Kleiden und Pflegen, wie der Moment es hergibt oder unterlässt.
Nicht mehr die Gesellschaft bestimmt das eigene Leben, sondern das Innen bestimmt das Leben, das Leben bestimmt das Leben …
Mit den Rhythmen die es vorgibt, mit den Mitteln die es hergibt.
Das fühlt sich richtig an.
Ob rasiert oder nicht.
Ob vor oder nach der Sonne aufgestanden, ist nicht wichtig.
Bewusst und gesund und achtsam leben, allein zählt.
Es ist, wie ein anderes Leben.
Als wäre ich ein anderer:
der Mann mit dem Bart.

04/18 PGF

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