Der Stand der Dinge

Was beschäftigt dich? Fragt mich WordPress täglich, im schmalen Textfeld „Schneller Entwurf“.
Was ich antworten könnte, würde das kleine Textfeld bald sprengen, sodass die Zeilen unruhig springen würden, wenn ich eine nach der anderen nachfülle.
Aber manches Thema vergesse ich oder finde die Worte nicht oder schweige oder packe es in getrimmte Zeilen, die verfremden oder verzeihen oder verklären oder verwischen, weil es besser so ist oder klüger oder rücksichtsvoller.
Aber dabei gehe ich verloren.
Wie man immer verloren geht, wenn man schreibt und sich in Figuren hineinfantasiert oder in Formulierungen verliebt oder in Handlungen dichtet, die nicht mehr sind, als verdichtet, geschriebene Fantasie.
So schreiben wir nie was uns wirklich beschäftigt.
Wir erzählen irgendetwas von der Oberfläche.
Aber wir erzählen nicht vom Tod und vom Lieben, vom Werk und vom Versagen, von der Sehnsucht und dem Zorn und dem Hunger und der Suche, weil das alles auch gar nicht hierher gehört.
Obwohl es uns beschäftigt.

03/18 PGF

17 Kommentare zu “Der Stand der Dinge

  1. Sehr schön geschriebener Text, ja fast schon poetisch. 🙂 Das meine ich ganz ehrlich. Doch ist es in diesem Fall nicht einfach so, dass es Dir schwer fällt Deine Gedanken zu sortieren? Dich beschäftigen so außerordentlich viele Dinge, dass Du weder Anfang noch Ende findest und bevor Du Dich verstrickst, sagst Du lieber gar nichts. Gönn Dir etwas Zeit und Ruhe. Tu Dinge, die Dich erfüllen und Dir Spaß machen. Alles kann, aber nichts muss. Du allein entscheidest.

    Liebe Grüße Nicole

    • Liebe Nicole herzlichen Dank für deinen Kommentar aber

      a) Ne! Tipptopp sortiert
      b) Eher wenige, aber die intensiv
      c) Die Frage ist eher: Es wo sagen
      d) Die Zeit ist mein Acker (Goethe)
      e) Dem Spass fehlt der nötige Ernst
      f) Man muss unentwegt und das ist gut.
      g) Keiner entscheidet allein, das lehrt einem, die eigene Harnblase, spätestens nach 12 Stunden …

      Danke für deine lieb gemeinten Tipps, aber ich habe eine prinzipielle Positivismus-Allergie.

  2. Ach das Problem kenne ich. Diese Frage „Was beschäftigt dich?“ ist genauso fatal wie „Wie geht es dir?“… Bei beidem könnte ich ganze Romane als Antwort schreiben. Statt dessen kommt mir gerade mal ein „gut“ bis „okay“ über die Lippen (an guten Tagen) und wenn es nicht so gut läuft dann mehr ein „bläuah“, weil ich mal wieder versucht habe alles was gerade in mir vorgeht in einen Satz zu verpacken.

    Man möchte meistens so vieles sagen und letztendlich sagt man nichts. Nur glaube ich auch, dass wenn ich genau das Schreiben würde was ich in manchen Situationen denke man mich definitiv einweisen oder zumindest zensieren würde. Demnach sind Kunstgriffe immer eine gute Option und man kommt sich gleich so viel gebildeter vor.

  3. meinst du …? ich denke schon, dass ich über das schreibe, was mich beschäftigt. ich glaube nur, jeder tut das auf seine art. natürlich sicher nicht immer ungefiltert. was mir auffällt: am anfang bist du noch beim „ich“, am ende gehst du zum „wir“ über … aber ich glaube eben nicht, dass das für „uns alle“ so gilt? 😉 für „dich“ aber eigentlich auch nicht. nachdenkenswert, lieber pe!

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