Offenes Ende

Es ist gut, sich seine Gefühle nicht einzugestehen.
Es ist gut, nicht nach ihnen zu handeln.
Weil die Pflicht, weil die Verantwortung wichtiger sind, als die persönliche Bedürfnisstillung.
Wenn jeder immer tun würde, was er fühlt, würde sich die Welt in einen Dschungel verwandeln, denn die Beherrschung und Sublimierung, sind die Grundpfeiler der Kultur.

Gefühl sind nicht diese schmalschulterigen, dünnlippigen Empfindungen, die nach drei Bier oder zwei Wein hervortreten und am Wochenende den Terminplan bestimmen. Das sind die Schatten von Gefühlen.
Gefühl ist Leidenschaft, ist alles vergessen was ist, um alles erreichen zu wollen, was werden kann, ist die Gegenwart opfern, für eine ungewisse Zukunft.
Aber das ist das Ende von Verantwortung und die Bankrotterklärung jeder Pflicht.

Es ist gut, sich seine Gefühle nicht einzugestehen.
Es ist gut, nicht nach ihnen zu handeln.
Spürst du das Widerstreben? Spürst du die Sehnsucht?
Was kommt heraus? Ein Gefühlchen? Leidenschaft? Verantwortung?

Zerstören wir nicht das Wichtigste, wenn wir nicht mehr fühlen?

01/18 PGF

9 Kommentare zu “Offenes Ende

  1. Ohne die Fähigkeit zu fühlen, und das haben wir den Algorithmen voraus, würden wir uns niemals vom Sein angesprochen fühlen. Keine Geschichten mehr, keine Mythen, keine Träume … dann wäre wir dort, wo uns implizit all diese Maschinenpuritaner gerne hätten, in der Armut des Geistes.

  2. Also zumindest eingestehen sollte man sich seine Gefühle meiner Meinung nach schon … ! Und hey, aus deinem Text geht hervor, daß du sie dir durchaus eingestehst, deine Gefühle … !
    Ob man danach handeln sollte oder nicht, ist eine andere Frage – und die kann natürlich nicht so pauschal beantwortet werden.
    Und: natürlich würden wir das Wichtigste zerstören, wenn wir nicht mehr fühlen würden – wir würden unser Menschsein zerstören, unsere Empathie, unsere Liebe und unsere Kreativität!
    Also: fühlen dürfen und müssen wir! Und: unsere Gefühle dürfen – und müssen – wir uns eingestehen! Wie wir dann handeln – das sehen werden wir dann schon sehen. Viele von uns Dichtern handeln, in dem sie zunächst einmal über ihre Gefühle schreiben – entweder direkt – oder indirekt – wie du heute … ! ; )

  3. Viele Menschen glauben durch ihre Gedanken ihre Gefühle kontrollieren zu können und zu einem gewissen Teil stimmt das auch. Doch sind die Gefühle viel älter als die Gedanken. In der Evolution konnte der Mensch zuerst fühlen, bevor er in der Lage war zu denken. Ih halte es für besonders wichtig, dass noch viel mehr Menschen in der Lage sind ihre Gefühle wirklich wahrzunehmen und zu schauen, woher sie kommen und was es mit ihnen macht. Es ist dafür jedoch notwendig die Verantwortung für sich selbst und diese Gefühle zu übernehmen, sich klar zu machen, dass niemand anderes dafür verantwortlich ist, sondern nur wir selbst. Wenn wir Entscheidungen treffen, auf unseren Gefühlen basierend, so sind das immer die richtigen, denn sie sagen und zeigen uns den Weg, den wir gehen können und sollten. Den richtigen Weg für uns selbst, nicht den für andere oder den andere für uns sehen.

    • Ich philosophiere mal nicht weiter, ob, wenn im Rahmen der Evolution, Gefühl vor Verstand war, nicht im weiteren Verlauf der Verstand das Gefühl dominieren sollte (vom Stammhirn steigt´s zum Kortex auf) …, denn zumindest in dieser Epoche scheint das Gleichgewicht von beidem, das Gesündeste …

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