Fügung

Und dann habe ich mich wieder gefragt, ob es einfach nicht sein sollte?
Weil Dinge schiefgingen, die auch du nicht beeinflussen konntest:
ob wir uns treffen, ob wir uns richtig verstehen.

Es kam immer etwas dazwischen, wodurch ich zu spät kam.
Egal, wie konzentriert ich war, sagte ich das Falsche oder tat das Gegenteil, von dem was ich wollte.
Es war ein bisschen, wie verhext und ich merkte es dir an.
Ich merkte dir an, wie es seine Wirkung tat.

Manchmal war mir fast nach Lachen, weil die Missgeschicke so unglaublich waren, dass kein Mensch sie geglaubt hätte,
hätte ich sie in einer Geschichte niedergeschrieben.
Aber ich lachte nicht, weil es ja schade war, weil ich merkte, wie wirksam dies Missverstehen wurde.

Wenn ich nicht an mir zweifelte,
dann war es, als würde eine unsichtbare Macht gegen uns arbeiten
und je mehr ich sie bekämpfte,
um so mehr verkrampfte ich
und scheiterte zuverlässig.

Ist es nicht seltsam?
Oft entscheiden wenige Minuten, ob wir jemand kennenlernen oder nicht.
Wir kommen zwei Minuten später und der Mensch steht woanders und wir kommen nie mehr ins Gespräch.
Wir kommen fünf Minuten früher, sind gerade unerwünscht und den Rest des Lebens sind wir uns unsympathisch.

Irgendwann fügen wir uns und akzeptieren diese seltsame Kraft, die gegen das arbeitet, was wir uns wünschen.
Oder riskieren Schmerz und Scheitern, wenn wir zwingen wollen, was uns nicht bestimmt ist.
Aus all diesen Kleinigkeiten baut sich die Welt zusammen, die Welt und ihre Geschichte.
Wir einzelne sind wie Sätze oder vielleicht nur, wie Buchstaben im Weltenepos, aber wir müssen am richtigen Platz stehen, damit die Geschichte Sinn ergibt.
Vielleicht ein Trost.

Ich habe nie verstanden, weshalb ich erst sicher war, dass es sein soll –
und warum dann das Leben mir deutlich machte, dass es wohl nicht sein soll.

Und hadere noch immer, ob ich mich fügen soll …

12/17 PGF

4 Kommentare zu “Fügung

  1. hör auf dein bauchgefühl. versuche herauszufinden, ob du dich fügen sollst oder kannst. 🙂 fein geschrieben, manchmal ist es wirklich so seltsam. schicksal? zufall? sei lieb gegrüßt!

    • Liebe D, ich erwähne es ja manchmal 😉 aber hier, wie immer, ist der Text retrospektiv oder fiktiv, von daher tut mein Bauchgefühl nichts zur Sache, es muss ja schon bei der Skriptauswahl helfen 🙂
      Hab einen schönen Abend
      Pe

      • weiß ich doch, lieber pe. 🙂
        ist doch bei mir auch oft nicht anders mit den texten.
        meine Worte waren eher ans lyrische ich gerichtet bzw direkt an den text.. sozusagen.
        liebe gutnachtgrüße 🌟😘

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