Weltgeist

Tausend Jahre lag der Wald unentdeckt und unberührt, der weite Moosteppich von keinem Blick erfasst und die Blätter im zeitlosen Dialog mit dem Licht … stumm rangen die Wurzeln mit der Erde, um etwas Halt … jetzt hielten sie inne, als könne sie jemand dabei bemerken …

Dieser Geist der Dinge, dieser handelnde, gestaltende Geist der sich verwirklicht, der regnet und scheint, der sich eingräbt und Halt bietet, der den Schnee fallen, die Amsel singen, den Fuchs aufschauen lässt, der allem innewohnt und zu warten scheint, dass er ausgesprochen, dass er gesehen und dann ausgesprochen wird, lag lächelnd und wartete …

In all der Zeit lagen die Worte bereit, ihn zu fassen, wie Verse in den Gedanken der Dichter bereit liegen, lang, lang, ehe der erste Buchstabe sich aufs Papier legt.

So lag der Wald, bis ein still Betrachtender ihn fand … und die Worte und sie ordnete nach seinen Gedanken – die nur ein Bruchstück des Geistes waren, der allem innewohnt.

12/17 PGF

4 Kommentare zu “Weltgeist

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