Sonntags um 11.00 #9

Bin ich gescheitert?
Die Arbeit dieses Jahres wird nicht veröffentlicht werden. Das Skript bleibt in der Schublade.
Warum?
Bauchgefühl.
Die Probeleser verstehen es, würde es aber nicht fordern. Also kein Druck von dieser Seite.
Das Skript hat reichlich Überarbeitung hinter sich, scheint fertig, aber …
Ich habe mich anderes entschieden.
Ich hätte, als ich vor knapp einem Jahr gefragt habe, welches Skript ich mir vornehmen soll, mich gegen das Voting entscheiden können. Es fiel eindeutig, für etwas Neues aus. Schon damals meinen Eingeweiden nicht bekömmlich. Aber ich bin der Meinung: Frage nicht, wenn du es dann anders machst.
Ich habe es versucht und folge nun dem ursprünglichen Gefühl, welches in eine andere Richtung führt.

Ich glaube, man kann sich als Autor nicht entwickeln, wenn man nicht bereit ist solche Entscheidungen zu treffen: Absätze zu streichen, Ideen einzustampfen, Skripte später zu veröffentlichen.
Man muss sich klar machen, dass es kein Scheitern ist, sondern Fingerübungen auf dem Weg: notwendige Erfahrungen, um den nächsten Schritt zu tun.
Es ist keine Einsicht, die man allein für das Scheiben gewinnt.
Wir sind immer auf dem Weg und was von außen, als Scheitern gesehen wird, sind Erfahrung und Lernfortschritte die uns dienen.
In diesem Jahr war nichts umsonst.
Das verschobene Skript wird seine Zeit noch bekommen.
In seinem Schatten sind andere Arbeiten entstanden, mit denen ich mich 2018 beschäftigen werde. Mehr davon zu Jahresanfang.

Es ist ein bisschen, wie mit dem Lieben: man liebt nie umsonst.

PGF 12/17

6 Kommentare zu “Sonntags um 11.00 #9

  1. Bauchgefühl – wenn du das zu Wort kommen lässt, hast du sicher die richtige Entscheidung getoffen. Und – Schubladen lassen sich zu einem anderen Zeitpunkt auch wieder öffnen.

    Hab einen schönen 2. Advent!

  2. Liegen lassen ist oft eine gute Idee. Ein Text reift zwar nicht wie Wein oder Käse, aber manchmal, nach einer Zeit in der Schublade, haben wir einen anderen Blick auf den Text und plötzlich sind da Qualitäten, für die wir blind waren. Und wenn nicht, wie du schon sagst, lernen wir aus jedem Projekt.

  3. Alles ist besser, als sich und vor allem seine Leser zu besch… enttäuschen 😉 Keiner hat mich damals so rasend gemacht wie Walter Moers, der nach seinem ersten Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ (ein Meisterwek!) einen grauhenhaften zweiten Teil geleistet hat. Die Enttäuschung meines Lebens. Demnach absolut die richtige Entscheidung…

    Ps: Ich bin mittlerweile auf S. 560 deines ersten Teils angekommen. Ich schaffe ihn noch dieses Jahr! 😀

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