Sichten

Und immer wieder geht es auch ums Sichten, der Texte und Gedanken.
Und das Ordnen, von Erlebtem und Empfundenem, welches in den Buchstaben kristallisiert ist.
Und, welche Zeit eignet sich besser, als der Abend, mit seiner Stille und dem Dunkel über der Welt.
Als würde sie sagen: „Jetzt gibt es nichts mehr zu tun“, macht die Welt unsere Augen blind.
Und wir erfinden das Licht …

Wenn ich zum Mond hinaufsehe, der jetzt beinah voll, am weiten Himmel steht, ahne ich, wie viel Licht noch, gerade nötig sein sollte, wenn ich sitze und nachdenke.
Der Mond – ein, zwei Kerzen würde er dulden, aber mehr?
So leicht, wie am Abend, so leicht, wie auf dem Papier, ist das Sichten und Ordnen des pochenden Herzens nicht.
Da hämmern der Widerspruch und die Sehnsucht gegen jede Kammer die sie einengen will.
Ich lasse es.

Ich blende das Vorhin und das Nachher aus.
So, wie die Dunkelheit alles ausblendet, was nicht im Lichtkreis, meiner Schreibtischlampe liegt.
Die Welt beschränkt sich auf das was ich sehen und sichten und ordnen kann.
Und so stapeln sich Notizen, und Dateien lassen sich in Ordner rücken (wie es Menschen und Gefühle nicht tun), und ich kann „Ende“ hinter den letzten Abschnitt schreiben oder zufrieden lächeln, über die gelungene Wendung einer Geschichte.
Und es geht immer, um eine erkennbare Struktur, einen Sinn in all diesen Blättern, vor und noch in mir.

12/17 PGF

5 Kommentare zu “Sichten

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