Sonntags um 11.00 #6

Leider musste ich diese Serie, für ein paar Wochen unterbrechen.
Nun, das Thema, welches ich mir für Nummer 6, vor ein paar Wochen notiert hatte, passt aber prima in den Zusammenhang. Es geht, um die Frage, wie überlebe ich als Autor.

Ich habe diese Frage bislang einfach gelöst: ich versuche es erst gar nicht. Ich habe einen Erwerbsberuf und Schreiben geht, als ambitioniertes Hobby nebenher.
Aber in diesem Jahr komme ich zum ersten Mal an Leistungsgrenzen. Zum einen, weil mein Erwerbsberuf, auch, wenn er mir Spaß macht, sehr anspruchsvoll geworden ist und mich körperlich und geistig stark fordert, zum anderen, weil auch mein Anspruch als Autor gewachsen ist. Die „Heimkehr“ hat mir gezeigt, dass ich Leser finden und unterhalten kann.
Kurz: Ich will beides gut machen, aber das geht, bei aller Sympathie für Flow und Eu-Streß, nur ein Weilchen gut.

Ich habe zwei Probleme:
Die Doppelbelastung und die Frage, wie ich mir Korrektorat, Lektorat, Marketing, Layout, Lesungen, usw. organisiere und finanziere und meiner beruflichen Verantwortung gerecht werde.

Ich weiß nicht, ob WordPress meine Gedanken liest, aber Letztes, war es so freundlich, mich auf eine neue Funktion der Beiträge hinzuweisen. Ich verfüge, durch den Premium-Tarif, bei allen Beiträgen über die Möglichkeit den Text bezahlen zu lassen. So weit ich es durchgelesen habe mit Paypal.
Ich könnte für meine Texte oder für kommende Kurzgeschichten oder für einen hier veröffentlichten Roman, um einen freiwilligen Betrag bitten bzw. Beiträge nicht öffentlich stellen, außer man zahlt Eintritt.
Es wäre möglich eine Art Groschen-Roman-Finanzierung zu starten.
Ja, es erinnert mich an den Straßenmusiker, der Samstagmorgen in der Fussgängerzone steht, und nein, es ist nicht wirklich meins.

Deshalb die unverbindliche Frage: Was haltet ihr von einem solchen Angebot?
Kann man es mit Crowdfunding vergleichen?

18 Kommentare zu “Sonntags um 11.00 #6

  1. … Viel Glück und Rückenwind für Dich und Deine Berufung. Ich finde alles legitim, was einem die Wahl der eigenen Entscheidung lässt und alles nervig, was in Richtung Reklame geht. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, einen Fortsetzungroman zu schreiben mit Bezahlbutton bei freiem Besuch auf Deine Seite und kleinen Tagesbeiträgen; wie zum Beispiel Deine kleinen Lebensweisheiten.
    Da ich zu den notorischen Nichtgeldhaberinnen gehöre, könnte es sein, dass ich Deine Beiträge eher nicht aufrufe. Allerdings habe ich soviel Gutes über Dein zuletzt veröffentlichtes Buch gelesen, dass ich mir ganz bestimmt eins gönnen werde.

    • Hallo Hafenmöwe, vielen Dank für die Rückmeldung. Mundpropaganda ist eigentlich die schönste Autorenwerbung und auch eine Form von Lohn 🙂

      Der Punkt, den zu ansprichst, ist der der mir Sorgen macht: dass jemand ein „schlechtes Gefühl“, „schlechtes Gewissen“ hätte und die Seite nicht mehr aufrufen würde.
      Dann hätte der Button doch die abschreckende, nicht freiwillige Wirkung die er nicht haben sollte.

      Vielleicht wäre eine Unterseite eine Möglichkeit, im Sinn von: Auf alles Offene greife ich zu, das Spezielle lasse ich weg.

      Es erinnert mich immer an „Geld oder Liebe“ mit J. v. der Lippe …

    • Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Über das Wie geben einige Autoren, in biografisch angehauchten Ratgebern Auskunft: man kann es zusammenfassen mit: immer dran bleiben. Es ist neben Talent und Handwerk auch Glück nötig.

      Die Zahl der Autoren die vom Schreiben leben können, ist gering. Ich meine sie liegt bei einem Prozent. Deshalb wäre ein Zubrot und/oder kostendeckend schon cool.

      • Du kannst Autoren persönlich kennen lernen. An Lesungen. Du kannst sie persönlich fragen. Höre Brian Tracy Audio Books auf Youtube for free und ersetze das Wort „Verkäufer“ oder „Salesman“ in deinem Kopf mit „Autor“ oder „Schriftsteller“. Suche auf Youtube „Brian Tracy“ 7 Mental Laws“. Von Brian Tracy gibt es auch das Buch „How to write a book“, doch ich denke das kannst du schon. Wenn du als Autor leben willst, ist das selbstverständlich möglich. Weil andere das auch machen. Lerne Verleger kennen. Ich kenne eine Verlegerin in Basel. Ein Freund von mir verlegt inzwischen sein fünftes Buch. Er lebt allerdings nicht davon. Als Autor bist du Unternehmer. Lerne dein Unternehmen aufzubauen. Wie bauen Unternehmer erfolgreich ein Geschäft auf? Auch dazu gibt es Unmengen von Literatur. Dranbleiben heisst, beharrlich sein. Das ist eine unverzichtbare Qualität von erfolgreichen Autoren. GLÜCK ist es nicht, sondern starker Wille, brennendes Verlangen, Tonnen von Selbstdiziplin und die mentale Fähigkeit so oft es geht von dir als erfolgreichem Autor zu träumen. Success is predictable. Du musst lernen mit Ablehnung umzugehen. Du musst dir Ziele setzen und deine Ziele im Kopf visualisieren. Halte das Bild von Dir als erfolgreichem Autor so lange wie möglich in deinem Kopf. You become what you think about – most of the time. Du kannst mich buchen. Dann bin ich dein Success Coach. Wenn wir das machen, wirst du Autor. Ich trainiere dich nur unter einer Voraussetzung: ist Schreiben das, was du liebst zu tun? Ist es das und nichts anderes? Was ist deine Bestimmung?

      • Vielen Dank für dein Angebot und du vermagst gewiss Menschen zu ihren Zielen motivieren, allerdings bin ich nicht mehr so jung, um noch daran zu glauben, dass Wille jeden erfolgreich macht und bin in meinem Erwerbsberuf genug Stufen aufwärts gegangen, um zu wissen was dazu gehört.
        Es klingt zwar anders schöner aber: Success is non-predictable, trifft die Wahrheit eher.
        Wenn du als Coach arbeitest musst du unbedingt festhalten am You can get it …

      • Ich danke dir für dein Feedback. Jeder von uns hat Enttäuschungen erlebt, das gehört dazu. Und richtig ist, dass es eine Menge braucht um erfolgreicher Autor zu werden. Wenn du zu Opfern nicht bereit bist, brauchst du auch keinen Trainer 😉 Meine Frage war, was deine Bestimmung ist. Und doch: Erfolg ist vorhersehbar. Erfolg ist zu 80% ein Mental Game und zu 20% Fachwissen.

  2. straßenmusik hab ich in jüngeren jahren gern gemacht, lächel 🙂
    … eine sehr interessante frage wirfst du auf und irgendwie weiß ich nicht so recht, wie ich dazu stehe… eher zwiespältig…? einerseits fänd ichs seltsam, geld zu nehmen (oder bezahlen zu müssen, auf anderen blogs) – auf der anderen seite halte ich es an sich für durchaus legitim. ob es auf freiwilliger basis funktionieren würde??
    vom schreiben leben können …? ein traum!
    (aber auch träume können ja wahr werden 😉 )
    gemütliche sonntagsgrüße von mir 🙂

  3. Ich habe davon schon mehrmals gelesen und mag es nicht, auch wenn der Wunsch Geld zu verdienen natürlich immer im Raum steht, ob nun mit meinen Bildern oder meinen Texten/Büchern –
    herzlichst,
    Ulli

    • Danke für deine klare Rückmeldung.

      Ich sehe das Problem auch in der nachträglichen „Gebührenpflicht“.
      Beim Bäcker Brötchen zahlen ist normal, die Rezeptgebühr verärgert bis heute. Es kommt darauf an, wie man es gewohnt ist.
      Ich wünsche dir gemütlichen, gebührenfreien Sonntag 😉
      Peter.

  4. Habe jetzt deinen Beitrag zweimal und sämtliche Kommentare gelesen und bin immer noch zwiespältig.
    Ich finde es völlig legitim, mit einem Blog auch Geld zu verdienen.
    Ich finde es ebenfalls völlig legitim, für gut geschrieben Artikel im Netz zu zahlen, z. B. für „Krautreporter“. Allerdings ist es mir immer komisch, für einzelne Beiträge einen Obolus zu entrichten. Irgendwie erscheint es mir angenehmer, z. B. für den Zugang auf zweite Seite oder eine Unterseite für einen bestimmten Zeitraum einen Beitrag zu spenden. Mich nervt es immer, wenn ich anfange, etwas zu lesen, und plötzlich erscheint so eine Meldung „du kannst weiterlesen, wenn…“ Wenn ich erst gar nicht weiß, was mich erwartet, würde ich allerdings auch nichts bezahlen wollen (bin auch bei Büchern ein Klappentext und Anfangssatz-Leser ;-))
    Seltsamerweise hinterlässt die Vorstellung trotzdem bei mir ein komisches Gefühl. Vielleicht tatsächlich nur, weil ich es anders gewohnt bin.
    Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest!
    Herzliche Grüße,
    Hummel

    • Liebe Hummel,
      vielen Dank für die Rückmeldung, die meine Skepsis sehr gut zusammenfasst.

      Bei ein paar NoGos bin ich schon gelandet:

      Dieser Blog wird nicht kostenpflichtig. Maximal eine Unterseite mit einer neuen Veröffentlichung, die dann klar ausgewiesen wäre. Also nicht die B-Ware öffentlich und das Exklusiv-Angebot wäre kostenpflichtig.

      Anlesen lassen und dann Geld verlangen, erzeugt bei mir ebenfalls Allergie. Der Eintrittspreis würde transparent am Eingang stehen 🙂

      Eine Leseprobe, dass man weiß was man kauft, wäre selbstverständlich.

      Aber, das alles ist noch ein weit entferntes „wenn überhaupt“.
      Ich selbst nutze kein Paypal und hätte schon mal das Problem, dass ich mich mit einem Bezahlsystem anfreunden müsste von dem ich nichts halte.

      Aber ich bin froh gefragt zu haben, weil ich alle Rückmeldungen, als sehr hilfreich empfinde.

      Einen schönen Abend
      Peter

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