Was wir voneinander wissen

Manchmal, wenn du neben mir liegst und erzählst
und deine Gedanken sich,
wie weites Land vor mir ausbreiten
und ich – als würde ich eine Landschaft betrachten
und über ihr Entstehen grübeln – zuhöre –

wenn ich versuche zu zuhören:
über allem was ich entdecke …
wenn ich mich auf deine Gegenwart konzentriere,
(trotz der Gedankenkaskaden)
nicht träumen will,
wie die Täler entstanden,
die dort blühen,
was die Gipfel wohl zeigen,
wenn man sie erreicht,
sondern bei dem zu bleiben versuche,
was du mir erzählst,

wenn du mich teilhaben lässt an deinen Gedanken –
(es ist etwas besonders, wenn ein Mensch dies tut,
wenn er die Tür zu seinem Herzen offenstehen lässt,
einfach so im Vertrauen),
dann merke ich, wie weit jede Menschenseele ist:

aus wie viel Zeiten sie besteht, aus wie viel Epochen,
wie viele Perspektiven notwendig sind,
ein Raum ohne Grenzen,
wie viel Licht und Schatten zu beachten sind
und, dass wir anderen nie gerecht werden,
dass wir, mit keinem harten Urteil jemals
irgendeinem Menschen gerecht werden.

Nicht, wenn wir diese Weite begreifen,
die wir manchmal erfassen,
wie es auch mir, nur gelingt,
wenn du neben mir liegst
und mir erzählst, von deinen Gedanken.

11/17 PGF

3 Kommentare zu “Was wir voneinander wissen

  1. Das ist sehr wahr, wir können die/den anderen niemals in aller Tiefe erfassen, aber die Ahnung, die wir bei der ersten Begegnung hatten, kann sich vertiefen und bunt werden und das ist eins der kostbaresten Geschenke!
    herzliche Grüße
    Ulli

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