Du und das Meer

Ich habe manchmal gedacht, dass du das Meer magst.
Nicht jenes Südseemeer, welches phlegmatisch, an einem weiß geputzten Strand liegt und sich langweilt, sondern ein West- oder Nordmeer, welches sich schäumend gegen eine schroffe Küste wirft und, wenn man oben auf dem Felsen steht, dann nimmt einem der Wind fast die Luft und alles ist erfüllt vom Brausen der Wellen.
So habe ich es mir vorgestellt.
Und vielleicht habe ich mich geirrt.
Vielleicht magst du doch das Südmeer, weil es warm und leicht und durchsichtig ist und man kann so herrlich darin schwimmen gehen und ist nie in Gefahr zu ertrinken.
Aber vielleicht magst du auch gar kein Meer und es zieht dich in die Berge oder in die Wälder oder gar in die Wüste.
Einmal war ich in der Wüste. Drei Tage und zwei zauberhafte Nächte lang. Ich lag mit Kameltreibern am Feuer und – du kannst dir den Sternenhimmel nicht vorstellen. Wenn am Boden kein Licht ist: du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Sterne dort oben stehen.
Aber eigentlich war ich sicher, dass du das Meer liebst und lange, einsame Spaziergänge entlang der Brandung.
Menschen sind sonderbar.
Es ist rätselhaft und unergründlich was in ihrem Kopf ist und was sich nur im eigenen abspielt.
Egal, wie fest ich vom Gegenteil überzeugt war, vielleicht ist das Meer dir vollkommen gleichgültig.
Unmöglich zu sagen.

11/17 PGF

7 Kommentare zu “Du und das Meer

  1. Wir lieben Menschen wegen der Bilder, die wir uns von ihnen machen. Es ist ganz schön mühsam, diese Bilder durch die Realität zu ersetzen, ohne darüber die Liebe zu verlieren.

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