Es gibt keinen Sonntag

Er ist eine Erfindung.
Eine Erfindung, die wir für so selbstverständlich halten, dass wir die künstliche Zwangspause, an jedem siebten Tag gar nicht mehr bemerken.
Das kommt sicher daher, dass uns die Pause gelegen kommt. Die Bibel, mag einen Teil ihrer Anhänger, mit diesem freien Tag der Woche gewonnen haben.

In uns, in der Natur gibt es dies nicht. Er stellt sogar eine unnatürliche Unterbrechung unserer inneren Kontinuität da. 52 Mal im Jahr beklagen Menschen ihre Gemütsveränderung vom Sonntag zum Montag. Leiden schon an dem einen Tag, um den anderen noch schrecklicher zu empfinden.

Es raubt uns unsere Integrität, dass wir unser Fühlen, dem Wechsel zwischen Arbeit und Urlaub, Arbeitswoche und Wochenende opfern.
Unsere Befindlichkeit sollte unabhängig von zeitlichen Einheiten sein.

Gewiss, der Mensch ist ein rhythmisches Wesen und hat vermutlich darum eine solche Einteilung seiner Lebenszeit akzeptiert. Aber die Zyklen der Natur sind wiederkehrend. Die Zyklen des Menschen wirken immer auf ein Ende hin, auf das Urlaubsende, das Wochenende, das Jahresende.

Wir sollten lernen uns davon frei zu machen und wieder einzustimmen auf die großen Rhythmen, auf die von Tag und Nacht, auf die der Jahreszeiten und Jahresgleichen, denn sie bringen uns näher, einer geheimnisvollen Einheit durch die wir Frieden finden können.

Was wir tun wollen, sollte nicht an einem Freitag enden und über was wir nachdenken, was wir nachfühlen, sollte nicht durch den Sonntagabend beschlossen sein.
Diese Unterwerfung gegenüber der Zeit, nimmt uns ein wesentliches Stück Mensch sein und macht uns kränker, als wir es ahnen.

Wir sollten in Einklang mit uns bleiben – und wer weiß? Vielleicht wäre die Welt ein besserer Ort, wenn jeder auf sich achten würde …

10/17 PGF

8 Kommentare zu “Es gibt keinen Sonntag

  1. Den Sonntagabend-Blues habe ich vor allem dann, wenn ich unter der Woche wenig gemacht habe, was mich richtig seelisch und geistig befriedigt. Nutze ich die Abenden unter der Woche wirklich für mich und warte nicht einfach auf das Wochenende, dann ist der Bruch von einem freien Tag auf den Arbeitsalltag, also von Sonntag auf denn Montag, weniger spürbar. Und man freut sich auf die Arbeitswoche.

  2. Ein Studentenleben kennt keine Sonntage (ich jedenfalls nicht) und es gibt so viele Berufe/Branchen, in denen man auch sonntags arbeiten muss.
    Wird völlig überbewertet.

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