Das Licht in den Zeilen

Ich schrieb wieder Gedichte.
Entgegen meiner Erwartung.
Du hast mich inspiriert, so wie die Sonne, die Blume inspiriert zu blühen.
Die Worte kamen so leicht, als stünden sie in einem Regal und ich müsse sie nur herausnehmen.
Jetzt ist das Regal leer und der Himmel ist wolkenverhangen.
Ich schreibe wieder, wie ein Chronist die Geschichte einer Stadt erzählt. Von ihren Verheerungen, von den Hunger- und Dürre-Perioden und erwähne am Rand, Söhne und Töchter der Stadt, auf die sie stolz ist.
Gedichte schreibe ich nicht.
Weißt du, ich glaube, wenn das Herz leer ist, dann kann man vieles: Maschinen erfinden, Gene zusammenbauen, Abhandlungen verfassen, Kriege erklären, Muskeln aufzählen, Ehrungen in Empfang nehmen, aber Gedichte schreibt man nicht.

Das Licht in den Zeilen, verdanke ich dir …

10/17 PGF

15 Kommentare zu “Das Licht in den Zeilen

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