Leer geschrieben

Und dann kommen diese Tage, da fühle ich mich, wie leer geschrieben –
wie ein braunes Blatt am Baum,
aus dem sich das Leben zurückzieht …
und mich die Metapher langweilt:
das Herbstbild, kurz vorm Herbst … blablabla!

Alles gesagt, alles formuliert und nichts hat sich verändert!
Wie die Tage, reihen sich Buchstaben sinnlos einander,
bis einer Ende darunter schreibt.

Aber Leben braucht ein pochendes Herz
und keine aktiven Verben,
braucht Augen in denen man Schicksal findet
und keinen „trefflichen Vergleich“.

Die Gedanken sind heimatlos geworden
und kein Satz bietet ihnen ein Zuhause.

09/17 PGF

16 Kommentare zu “Leer geschrieben

  1. genau so ist es doch …neulich morgens auf dem Kissen in Meditation, das Ego: ach, das führt doch zu nichts! Darauf bekam ich „so einen Lachanfall“ .. Nichts, keine Anhaftung, darum geht es dich! Keine Leere ohne Fülle, keien Fülle ohne Leere. Machs gut und verzeih mir meine Klugscheißerei 😉

    • Gewiss: im Zustand des Samadhi wird alles leicht … aber im Zustand der Vernunft schreibt man nicht was man empfindet, sondern mit gesundem Abstand betrachtet … 😉

      • im Samhadi ist die Vernunft integriert und umfangen, ebenso so, wie das Empfinden auch, weder leicht noch schwer, und sowohl als auch. Es sind keine zwei mehr, in der Einheit. 😉 Die Spiele sind e r ö f f n e t, in der der Lichtung ist alles weit und offen. Oder anders gesagt, wenn Braut und Bräutigam Hochzeit feiern, sind alle Gäste eingeladen und willkommen 😉

  2. …diese Leerlaufzeiten sind geistige Erholungszeiten.
    Ach, jo, den Herbst verdichten. In lichtgrau oder aschgrau, in wildbunt und kastanienrotrund.
    Im Erntedank der Worte ruht sich gut fürweilen.
    Samstagsgruß von der Fee✨

  3. O wie sehr ich diesen Zustand kenne, diesen Überdruss an den hingetippten Zeilen, diese Leere der eigenen Sätze. Meinen herzlichen Dank für diese Deine wirklich „treffliche“ (ob Du willst oder nicht 🙂 ) Beschreibung.

  4. Mir geht es schon länger so, manchmal bange ich, ob die Worte je wiederkommen werden, dann atme ich tief aus und übe mich weiterhin in Geduld und Zuversicht …

  5. Ich habe mal gehört und finde es stimmig: Wenn sich alles leer, kreativlos, starr anfühlt, dann hilft dem Tänzer (nach der Erholungsphase) nur eins: tanzen tanzen, tanzen :). Danke für Deine Zeilen, sie erinnern mich daran Geduld mit mir zu haben ;).

      • Bei Dir bietet sich doch der von Dir sicherlich ohnehin in diesem Sinne genutzte Spaziergang am See. Ich denk da immer an die naturschreibenden Amerikaner, die propagierten, jeder Dichter müsse draußen schreiben, plein air sozusagen 🙂

      • Also ich muss, wir sind ja unter uns, gestehen, dass ich, wie meist rückblickend schreibe und nach Freigabe des Beitrags mich „jemütlich“ durchs aktuelle Skript gearbeitet habe.
        Also eigentlich aktuell nicht leer bin.
        Spaziergänge helfen (mitten im Schlamassel) manchmal, aber unzuverlässig, auch Schlaf, Meditation oder Autogenes Training haben sich bewehrt oder einfach nicht verbissen sein 😉
        Draussen schreiben geht gar nicht bei mir, ging nie und wird erst im Fall von Altersarmut eine weitere Chance von mir bekommen …

  6. So unter uns: Alternativen sind auch singen (laut…. Zuhause in der Dusche), Blumen umtopfen, Qi Gong, Eurythmie (Zuhause …alleine, wenn keiner guckt), zu Filmmusik Gedanken schweben lassen :). Mir hilft manchmal ein leerer Kirchenraum oder als krasser Gegensatz eine Menschenmenge. Menschen sind so irre / verrückt, dass die Impulse zum Schreiben da fast von alleine kommen :).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s