Die Arbeiten …

Die Arbeiten am Manuskript gehen gut voran. Das ist sehr schön, denn es gibt, für Autoren wenig, dass so deprimierend ist, wie die Einsicht, dass viele Stunden Arbeit an einer Idee vergeblich waren.
Aktuell bin ich im Zeitplan und ich schiebe alle Dinge, die von rechts und links, von oben und unten, aber auch von innen kommen, bei Seite. Ich priorisiere, wie man so schön sagt.
Es stimmt, mich umstellen viele Fragestellungen und es drängen sich, viel Arbeit, viele Aufgaben und Möglichkeiten auf. Trotzdem: Es wäre undankbar so zu tun, als hätte ich Anlass unglücklich zu sein.
Der Regen ist gut. Er hat etwa vor einer Stunde eingesetzt und, wenn der Wetterbericht Recht behält, wird er sich das restliche Wochenende festsetzen. Beste Bedingungen also, für das Korrekturlesen.
Ich bräuchte nicht mehr. Aber das Leben fordert mehr. Es zerrt mich mitten in diese Kämpfe aus Karriere, Interessen, Beziehungen, denen ich mich am liebsten entziehen würde, wenn es gerade mit einem Manuskript gut läuft und draußen regnet und kühler wird, so dass ich denken und mich konzentrieren kann.
Aber wäre das ein richtiges Leben? Oder wäre es leer und fad? So ein intellektueller Elfenbeinturm.
Den eigenen Platz finden, die eigene Aufgabe, ist ein dynamischer Prozess, auch, wenn man phasenweise denkt: Jetzt passt alles, alles an Ort und Stelle so soll es bleiben.
Bleibt es aber nicht.
Nein, ich glaube nicht, dass man nur tun kann, was Spaß macht und nur so leben sollte, wie es einem gefällt. Ich glaube, man muss teilnehmen an diesem „Kampf ums Dasein“, an den Pflichten, am Schmutz und muss Verantwortung übernehmen … sollte Siege nicht überschätzen und Niederlagen ertragen.
Was man braucht, sind Stunden der Einkehr, in denen man sich findet, in denen man in seinem Spiel aufgeht, wie als Kind.
In denen sich das unbestimmbare Schicksal fortsetzt, welches einem im Handgemenge mit dem Alltag manchmal verloren geht.
Und das wenig mit dem übereinstimmt, was anderen finden, wenn sie urteilen, was wir tun, was wir wissen, wer wir sind.

PGF 09/17

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