Sonntags um 11.00 #2

Wie angekündigt, ab jetzt immer-wieder-sonntags: „Du, ich wollt dich mal fragen, wie´s dir so, mit dem Schreiben geht“

Ganz zu Anfang, als ich zum ersten Mal darüber nachdachte die Möglichkeiten des Selbstverlages zu nutzen, war ein verführerischer Gedanken, dass es beim Selbstverlag keine Absage gibt.
Das: Kann ich, mache ich! Alles erlaubt.
Aber, wenn man nicht völlig schambefreit ist, stellt man fest, spätestens nach dem mutigen „Ende“, welches man unter sein Manuskript setzt, dass das ja jemand lesen könnte
und beispielsweise lachen (rote Ohren), es zerlegen (hochroter Kopf) oder hundertfach schlichtweg ignorieren (Leichenblässe). Während bei der Verlagsabsage einer „Nö!“ sagt und man darüber den Mantel des Schweigens breiten kann.

Vernünftigerweise setzt man sich dann, auch im Selbstverlag, im kleinen Gremium (als Autor, Verleger und Marketingexperte in Personalunion) zusammen und, wenn man realistisch ist, erlebt man auch hier eine Absage:
wegen der Finanzierung: Cover, Lektorat, Marketing …
der Qualität: Stil, Genre, Figuren, Szenen, Perspektive, Zeitebene …
dem strategischen Vorgehen: Lesungen, Buchhändler, Agenten, Foren;

nur, dass man keine Demütigung erlebt, sondern im besten Fall eine Form von Reifung. Denn damit ist das Werk ja nicht erledigt!
Man muss sich, um Finanzmittel kümmern,
an der Qualität arbeiten,
sich Zeit verschaffen zum Werben und Vorstellen und Bekanntmachen können.
Oder lässt das sein!

Man hat es in der Hand, und kann träumen, wie in der Liebe, solange man nicht nachfragt, ob sie erwidert wird.
Solange ist alles möglich.

Meist ist der Traum viel süßer, als die Wirklichkeit.

Aber, wieso sollte sich ein Verlag dieser Wirklichkeit (für uns) stellen, wenn wir das nicht mal selbst wagen …

PGF 09/17

4 Kommentare zu “Sonntags um 11.00 #2

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