Ohne Worte

Eigentlich schreibe ich nur, was ich nicht sagen kann.
Wenn es darum geht zu sprechen, versage ich.
Ich brauche leere Blätter
auf denen ich lang und langsam
alles ausbreiten
und ordnen
und erklären kann …

Aber Menschen sind keine leeren Blätter,
sie sind dicke Bücher,
voller Geschichten und Erfahrungen.
Sie haben andere Absätze,
andere Kapitel,
nicht selten eine andere Sprache,
manchmal einen anderen Sinn …

Und, wenn das alles nicht ist,
wenn wir,
wie Fortsetzungen oder Ergänzungen
voneinander wirken,
dann blättere ich mich unruhig
durch die Seiten
und suche die, die passen
und alles erklären würden …
aber: wer lässt in sich blättern?

Wenn da auch Geheimnisse
und geschwärzte Stellen zu entdecken wären
und Trauriges und Einsames,
das niemand wissen soll …
Deshalb ist meine Hand vorsichtig
und mein Kopf ohne Worte
und ich kann nichts sagen.
Ich schreibe es – nur.

08/17 PGF

3 Kommentare zu “Ohne Worte

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