In deiner Nähe

Du erinnerst dich?
An die langen Spaziergänge, während ich redete und du schweigend neben mir liefst?
Bestimmt hast du dich gefragt, weshalb ich so viel redete, so unsicher …
und wusstest warum.
Aus Unsicherheit – aber auch aus Bedürfnis: du warst eine wunderschöne Zuhörerin.
Die Welt ruhte während wir liefen.

Ich redete, über genau diese Welt und das Glück,
während ich mit all meinen Gedanken
deine Gedanken
auszuloten versuchte …
die so tief waren,
dass Worte sie niemals fassen konnten:
die Tiefe deiner Gedanken.

Um uns drehte sich die andere Welt.
Wir aber liefen mystische Pfade
durch helle Buchenwälder und Gedanken,
entlang von Hängen und Hoffnungen –
erinnerst du dich an das Bassin und den Wasserfall?
Da gab die Zeit sich Zeit
und hatte keine Eile –
oder hoffte, dass ich ruhiger wäre,
wenn sie ruhig wäre:
aber ruhig in deiner Nähe …

Du lächelst.
Jetzt, da ich es erzähle, lächelst du,
dieses schöne, weiche Lächeln,
welches ich halten will.
Aber ich bin noch immer zu aufgeregt,
in deiner Nähe
und das was wirkt, als würde ich fliehen,
ist Flucht nur, vor Nähe.
Deiner Nähe,
die ich nicht zu finden weiß.

08/17 PGF

10 Kommentare zu “In deiner Nähe

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