Der Zug fuhr ein

Der Zug fuhr ein und ich sah dich nicht gleich am Gleis stehen.
Mein Herz pochte unentschlossen: Vorfreude? Abkühlung? Wie würde ich dich empfinden?
Und du mich?
Trennungen haben immer eine Wirkung.
Mein Blick hüpfte über die Gesichter anderer Wartender, anderer Reisender. Aber es erblickte dich nicht.
Würdest du vielleicht gar nicht kommen?
Was spräche für mich?
Dann – nein, du warst es nicht.
Der Zug kam ruckend zum Stehen.
Ich packte meine Tasche, meine Jacke, meine Hoffnung.
Reihte mich ein, in die lange Kette der Aussteigenden, denn es war der Endbahnhof.
„Endstation Sehnsucht“ fiel mir ein und ich musste lächeln. Ich war schon immer Romantiker und Schwärmer …
Die Türen gingen auf und die Fahrgäste drängten nach draußen, als müssten sie alle ihren Anschlusszug erreichen.
Aber es war nur die Hitze und der Gestank im Abteil der sie entfliehen wollten.
Ich folgte dem Strom unwillig, unwissend was ich sagen, tun und fühlen sollte … falls du da warst.
Ich machte einen großen Schritt von der Stufe des Waggons auf den festen Asphalt des Gleises und hob den Kopf.
Und dann entdeckte ich dich.

PGF 08/17

7 Kommentare zu “Der Zug fuhr ein

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