Wahlkampf #1

Auch, wenn das nicht den politischen Gepflogenheiten entspricht, interessieren mich Parteien gar nicht, sondern Themen.
Da meine Themen von keiner Partei einheitlich vertreten sind und ich mindestens vier Stimmen benötigen würde, damit die Themen Durchsetzung finden, die mir wichtig sind (ich dabei aber bei jedem anderen Thema die Gegenposition wählen würde) möchte ich mit drei Beiträgen (die folgen) etwas zur Meinungsbildung beitragen. In der festen Überzeugung, dass wir die Wahlprogramme derer die wir wählen, kennen sollten. Nicht, weil sie eingehalten werden, sondern damit wir vor der nächsten Wahl sicher wissen, wem nicht zu trauen ist. Ich praktiziere das, seit gut 30 Jahren und weiß , dass ich niemand trauen kann, weil alle ihre Konzepte in steter Regelmäßigkeit verraten.
Aber: Ohne Politik geht es nicht und die letzten Wahlen haben uns gezeigt wer die Macht ergreift, wenn nicht um Themen gestritten wird. Es geht also um Prioritäten und die gelten bei mir: der Bildung, dem Gesundheitssystem und der Außenpolitik (im Sinn der Friedenspolitik und des Handels). Dementsprechend werde ich die wählen, die annähernd die passenden Antworten zu meinen Sorgen finden.

Zum Einstieg eine kleine Selbstauskunft, damit bei den kommenden Beiträgen, Perspektiven gerecht diskutiert werden kann:
Für mich ist alles wählbar, außer dem rechten Rand: Geschichte verpflichtet, deshalb ist für mich Nationalismus in Deutschland keine Option.
Ich kann aber durchaus gegen einen unbegrenzten Zuzug von Flüchtlingen sein, aber für einen Zuzug von Flüchtlingen.
Ich bin für Umweltpolitik, aber gegen die Grünen. Schlimm was da in den letzten Jahren in die Parteispitze gelangt ist.
Ich würde sogar CDU wählen, wenn Kohl und Merkel nicht Kandidaten waren/wären/waren.
Ich finde die CSU sympathischer, als sie dargestellt wird und auch, wenn das keiner hören will: in Bayern läuft vieles besser, als im Rest der Republik, sage ich, als nicht gebürtiger Bayer und als streng nicht-katholischer Atheist.
Die SPD würde ich wählen, wenn sie viel weiter links wäre, irgendein Profil hätte, einen Kandidaten, Charakter.
Die Linke würde ich wählen, wenn Realismus groß geschrieben würde: Friedenspolitik: unbedingt, aber man kann nicht morgen aus der NATO austreten. Soziale Gerechtigkeit: unbedingt, aber Faulheit muss man nicht belohnen und Leistungswille nicht bestrafen.
Habe ich jemand vergessen? Ja, den brauen Kaffeesatz, aber in dem werde ich nicht lesen; die Piraten (ihr erinnert euch 🙂 ), die grauen Panther (die wähle ich in zwanzig Jahren …), usw.
Ich freue mich über Mitdiskutanten und Mitdiskutantinnen, es gelten die üblichen Regeln des höflichen, respektvollen Gegen- und Miteinander.

Die Beiträge erhalten folgende Reihenfolge:

– Gesundheitspolitik (da habe ich Praktikerahnung), Themenkreis: Krankenhäuser und das DRG-System
– Bildung (als Leidgeprüfter), Themenkreis: Schulsystem, Mensch und System
– Außenpolitik (aus dem Bauch heraus), Themenkreis: Falsche Allianzen und die Folgen für Frieden und Handel

und sollten jeweils mit ein, zwei Tagen Abstand erscheinen. Ich werde dabei dem (philosophischen) Prinzip der Induktion folgen.
Wer findet „So einfach kann man Politik nicht besprechen“, sei an dieser Stelle auf meinen Roman „Sontland“ verwiesen, da ist die Betrachtung ausführlicher und komplexer.

Beiträge anderer Art – zwischendurch – sind möglich.
Es regnet, ich habe Urlaub, ich bin zu spät, um noch was im Süden zu buchen: also ich habe Zeit …

Ich danke für die Aufmerksamkeit 😉

PGF 08/17

5 Kommentare zu “Wahlkampf #1

  1. feine analyse… und ein ehrenwerter versuch. wer blickt schon durch in dem ganzen politik/parteiendschungel…?? auf jeden fall, unbedingt, sollte man sich irgendwie versuchen zu informieren, bevor man eine wahl trifft (gilt wohl für alle bereiche!).
    und ich sag mal so, es scheint mir immer noch besser eine kleine partei zu wählen, als gar nicht zu wählen, das kann nämlich dann genau denjenigen in die karten spielen, die man auf keinen fall gewählt hätte.
    soweit mal dazu von mir… 🙂
    mit liebem verregneten gruß!
    d.

    • Liebe D, den Parteiendschungel zu durchleuchten, dass wird mir schwerlich gelingen … aber eine Erwartung an Politik zu formulieren, den Souverän mal wieder Souverän sein lassen, daran werde ich mich mal versuchen 😉

  2. Oh je Politik. Ich gebe zu ich drücke mich nur zu gerne davor. Aber etwas Ahnung sollte man schon haben das stimmt.

    Was ich von jeher nicht verstehe, ist wie die Mitglieder in ein und derselben Partei so viele unterschiedliche Ansätze haben können. Kommt mir ein bisschen wie jeder gegen jeden vor…

    Ich zumindest sehe häufig nicht, wofür genau eine Partei im Gesammten stehen will und die Zeit, jedes Parteimitglied zu analysiern und daraus eine Essenz zu konzentrieren habe ich nicht.

    Liebe Grüße

    Laura

    • Du beschreibst sehr schön, das wachsende Problem des Politischen: wir wenden uns ab, weil wir soundso nichts mehr verstehen. Es gibt einen Dschungel an Thesen, der uns so beliebig erscheint, dass wir uns gar nicht mehr beschäftigen wollen und zeitgleich müssen wir so viel arbeiten oder lernen, dass wir gar nicht mehr die Zeit zum denken und informieren haben (während uns das Internet überfüttert mit Information).

      Eine Kultur deren Individuen rastlos, uninformiert und überfordert sind kann aber keinen Bestand haben.
      Denn die Poltitik schafft sich nicht ab, dadurch, dass wir sie ignorieren. Im Gegenteil sie breitet die Interessen deren, die sie zu bedienen wissen, opitimal aus.

      Ich glaube wir kommen in eine Zeit, da wir wacher werden müssen. Ich kann bei keinem deiner Sätze sagen, dass ich nicht selbst oft so empfinde, aber manchmal muss man sich schütteln um wach zu werden 😉

      Hab einen schönen Abend
      Peter

      • Hallo Peter,

        Seit meiner Ausbildung in der auch Staatsrecht und Politikgeschichte eine Rolle spielen versuche ich immer wieder ein wenig Verständnis zu erlangen.
        In meiner Schulzeit (Realschule) war das Thema Politik nicht existent.

        Es ist wie du sagst, man muss versuchen sich selbst wachzurütteln oder sich wachrütteln zu lassen.

        Ich hatte so viele Dinge geplant aber jetzt wird das Lernen wieder das Meinste verdrängen.
        Denn, so ist es in der Gesellschaft, ohne Studium oder Ausbildung bist du nichts.

        Ich wünsche dir auch einen schönen ruhigen Abend 😏

        Grüße

        Laura

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